Mit limitierten Möglichkeiten auf engem Raum lassen sich durchaus spannende Vehikel spinnen, was Streifen wie "127 Hours", "Buried - Lebendig begraben" oder auch "Cujo" bereits veranschaulichten. Das funktioniert bei "Curve" über weite Teile recht gut, nur mehren sich im letzten Drittel einige Unwahrscheinlichkeiten und irrationale Verhaltensweisen.
Mallory (Julianne Hough) ist mit ihrem Wagen in der Einöde auf dem Weg nach Denver unterwegs, als selbiger schlapp macht. Der freundliche Tramper Christian (Teddy Sears) hilft ihr rasch aus der Patsche, woraufhin sie ihn ein Stück mitnimmt. Doch Christian wird aufdringlich und zückt ein Messer, so dass sich Mallory für ein waghalsiges Unterfangen entscheidet und das Auto folgerichtig eine Böschung hinabstürzt. Christian bleibt weitgehend unverletzt, doch Mallory hängt mit ihrem Bein kopfüber zwischen Tür und Sitz fest und kann sich nicht befreien. Der Kampf ums Überleben beginnt...
Der Autorenerstling von Kimberly Lofstrom Johnson und Lee Patterson kommt mit einer simplen Prämisse daher, welche den beiden offenbar nicht genug war, wodurch der Überlebenskampf lediglich im Mittelteil einigermaßen Suspense schürt, aber häufig undurchdacht erscheint und in der finalen Phase merklich übers Ziel hinausschießt.
Das Auto landet auf dem Dach, das Bein ist eingeklemmt, der Tunichtgut schaut nach dem Crash unregelmäßig nach seinem leidenden Opfer in der Falle, doch Mallory geht nicht den Kern der misslichen Situation an, obgleich sie im Besitz eines Messers ist und diverse härtere Gegenstände um sich hat, um sprichwörtlich aus der Klemme zu geraten.
Demgegenüber geht es bei der Konfrontation mit Ratten wesentlich glaubwürdiger zu und auch Probleme mit Trinkwasser und nachvollziehbarer Kälte in der Nacht werden relativ authentisch angegangen.
Leider erhält der Bösewicht kaum einen Background, seine Beweggründe bleiben weitgehend im Dunkeln, weshalb seine passive Art gegenüber Mallory nur bedingt überzeugt. Kleine Psychospielchen bewirken zwar ein wenig Abwechslung und etwaige Vorbereitungen zur Gegenwehr sind ebenfalls spannend zu verfolgen, doch auf Dauer verkommt die Figur des Christian zu einem willkürlich anmutenden Part, um im letzten Drittel noch ein wenig konventionelle Horror-Action einbinden zu können.
Langjährige Erfahrungswerte von Regisseur Iain Softley ("Tintenherz") machen sich bei alledem positiv bemerkbar, denn darstellerisch wird solide Kost geboten, die Kamera arbeitet recht variabel und die wenigen Effekte sehen durch die Bank gut aus. Erwähnenswerte Gewalteinlagen werden allenfalls in Ansätzen geliefert, was zumindest mit handgemachten Einlagen einher geht. Der Score hält sich zurück und lässt der effektiven Sounduntermalung den Vortritt, was im Fall einer Gefangenschaft unter klaustrophobischen Gesichtspunkten die richtige Wahl darstellt.
Dennoch wäre unterm Strich mehr drin gewesen, obgleich im Gesamtbild viel Kurzweil und ein passabler Spannungsbogen geboten wird. Diverse Unzulänglichkeiten stoßen bisweilen ein wenig bitter auf und spätestens zum Finale häufen sich leichte bis schwere Kopfschüttelmomente. Für anspruchslose Survivalfreunde eine brauchbare Partie, Logik sollte man jedoch spätestens nach dem Crash weitgehend über Bord werfen.
6 von 10