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Dass "Das Böse stirbt nie" bereits der achte Teil der Amityville-Reihe ist, entzog sich vor der Sichtung des Streifens meiner Kenntnis. Aber auch wenn er "erst" die zweite Fortsetzung dargestellt hätte. So oder so war die Erwartungshaltung dem Nullmeridian angepasst. Ausgelutschter könnte die hier dargebotene Auslangslage schließlich nicht sein: Junge Patchworkfamilie wagt einen Neustart, bezieht aus diesem Grunde ein neues Eigenheim, wird von dämonischen Gepflogenheiten terrorisiert und droht letzten Endes an diesem Horror zu zerbrechen.

Wenn dann noch die Schauspieler faselig und klischéeüberladen agieren und die Technik gerade so noch passablen TV-Standard erklimmt, ist der Totalausfall eigentlich schon vorprogrammiert. Aber irgendwie reißt "Amityville 8" nach einigem Kopfschütteln noch das Ruder herum. Wenn überdimensonierte Ohrenkneifer und zum Leben erweckte Mini-Voodoo-Puppen an Absurdität vermeintlich nicht mehr zu toppen sind, wird die nächste Brechstange ausgepackt: Die Mutter bekommt beim Anblick einer Fotografie ihres neuen Stiefsohnes ein feuchtes Höschen, das Nachbarmädchen wird mal eben abgefackelt und auf dem Dachboden hausen die billigsten Dämonen seit anno Tobak. Ersnthafter Grusel: Fehlanzeige. Dafür gibt es kurzweiligen Schund präsentiert, dem jegliche Daseinberechtigung abgesprochen werden kann, der aber im Endeffekt auch niemanden wehtut, wenn er durch das Nachtprogramm des Vierten geistert.

Fazit: Für Freunde des subtilen Horrors ist "Amityville - Das Böse stirbt nie" sicherllich nichts, um hier durchzuhalten braucht es schon eine gewisse Trash-Toleranz. Wer die besitzt, der darf einen Blick - sofern er nicht mit allzu großen Unkosten verbunden ist - riskieren. Viel falsch machen kann man eigentlich nicht; zumal dieses heruntergekurbelte Machwerk immer noch mehr Charme versprüht, als das Hochglanz-Remake des eigentlichen Originals. (5/10)

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