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Ähnlich wie die "Saw"-Reihe im Moment, fand auch "Amityville" damals kein Ende. Die Qualität nahm kontinuirlich ab und mit "Amityville - Dollhouse" ist der absolute Tiefpunkt erreicht.

Bill (Robin Thomas) und Claire (Starr Andreef) haben vor kurzem geheiratet und ziehen nun mit ihren drei Kindern in ein neues Haus. Dies hat Bill selbst gebaut, nichtsahnend was damals auf dem Grundstück passiert ist. Schon bald geschehen seltsame Dinge im Haus, das Ganze scheint von einem Puppenhaus auszugehen, welches Bill und Claire ihrer Tochter zum Geburtstag geschenkt haben. Nur Bills Schwester Marla (Lenore Kasdorf) und deren Mann Tobias (Franc Ross) ahnen was vor sich geht, doch sie greifen zu spät ein.

Man mag gar nicht glauben, dass Schauspieler Steve White (Malcolm X, Der Prinz aus Zamunda) in seiner einzigen Regiearbeit solch einen Müll verzapft. Wie Kennern der Reihe bekannt sein dürfte, ist die alte Gruselbude ja abgebrannt, nur der Kamin hat den Brand überlebt. Und genau um diesen hat Bill herumgebaut, doch warum liegt das Grundstück jetzt plötzlich mitten in der Einöde, wo es doch vorher neben einem See lag ? Selbst die Kulisse fällt extrem flach aus, höchstens das Puppenhaus erinnert ein wenig an die Vorgänger. Und genau dort lebt das Böse, während der Kamin das Tor zur Hölle darstellt. Doch der Gipfel des Berges sind die Charaktere. Da hätten wir den gutmütigen Bill, der natürlich das Beste für seine Familie will. Dann seine beiden Kinder Todd (Allen Cuttler) und Jessica (Rachel Duncan). Todd hat noch eine Freundin, mit der er sich immer heimlich trifft und er liegt sich ständig mit Claires Klugscheisser-Sohn Jimmy (Jarrett Lennon) in den Haaren. So befasst sich White erstmal ausgiebig mit den familliären Problemen, denn Jimmy kann Bill nicht leiden und Todd kann seine Stiefmutter nicht leiden. Und dann wären da noch Marla und Tobias. Die wissen anscheinend von Anfang an, was es mit dem Puppenhaus auf sich hat, doch warum sagen sie keinen Ton ? Stattdessen lassen sie Bill und seine Familie ins Verderben rennen, um ihnen dann im Finale endlich zu Hilfe zu eilen.

Auf die Geister und Dämonen darf eine Weile gewartet werden. Vorher gibt es das übliche Geplänkel wie komische Geräusche, Alpträume, der Kamin geht an und aus und im Puppenhaus brennt ständig Licht, alles megagruselig. Schließlich taucht noch Jimmys richtiger Vater auf, als Zombie und befiehlt seinem Sohn Bill umzubringen. White hat es wirklich fertig gebracht, dass nicht mal ein Hauch von Spannung vorhanden ist, zudem kein einziger Goreeffekt. Da darf mal Todds Freundin in Flammen aufgehen, doch das Ganze ist so simpel gemacht. Im Finale gilt es noch Jessica aus dem Kamin zu retten, da wird fleissig mit dem Kopf voran durchgesprungen und schon landet man in der Hölle. Das ist ein verstaubtes Zimmer, in dem ein paar Gummidämonen herumstehen. Und hier gibt es den einzigen Todesfall zu beklagen, ansonsten gäbe es hier nicht mal einen Bodycount. Immerhin hat der Score ein paar brauchbare Ansätze, ansonsten ist hier Hopfen und Malz verloren. Die Darsteller sind allesamt Laien, man kann und will sie in keiner Szene ernst nehmen.

Überflüssiger könnte dieser achte Teil gar nicht sein. Spannungslos, langweilig und mit untaletierten Darstellern besetzt.

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