Schon mal kein gutes Zeichen, wenn ein Cover mit den Autoren von „John Carpenter's The Ward – Die Station“ wirbt, welcher den bis dato schwächsten Streifen des Altmeisters markiert. Und auch die hiesige Veröffentlichung drei Jahre nach Fertigstellung des Streifens spricht nicht gerade für einen Kassenschlager der Gebrüder Rasmussen, die ihren Erstling „Dark Feed – Hinter blutigen Mauern“ bereits vergeigten. Doch anderweitig kann bei einem klassisch angelegten Spukhausfilm ja nicht viel schief gehen…
Neuengland: Jessica und Dan wollen eine uralte Pension aus der Gründerzeit wieder in Schuss bringen. Während der Renovierungsarbeiten wird Jessica auf die Geschichte des Hauses aufmerksam und stößt dabei auf ein düsteres Geheimnis. Als Dan von einer Geschäftsreise zurückkehrt, findet er seine Frau völlig verändert vor und stellt eigene Recherchen an…
Die Geschichte konzentriert sich die meiste Zeit über auf das junge Paar, was anfangs noch Sympathien für beide einbringt, da das Zusammenspiel recht natürlich ist und die zwei angenehm bodenständig rüberkommen. Dieses ändert sich jedoch, als etwas von Jessica Besitz ergreift und sie daraufhin distanziert und emotionslos erscheint, was eigentlich bei jedem Partner die Alarmglocken auslösen müsste. Bei Dan dauert dies etwas länger, wodurch der Bezug zu den Figuren bereits ab dem Mittelteil merklich nachlässt.
Mit der Gruselstimmung ist es indes nicht weit her. Teile des Interieurs wie ein uralter, blutiger Geburtsstuhl und ebenso alte Folterinstrumente sorgen zwar für kurze Gänsehautmomente, doch die Spukeinlagen wie huschende Schatten, knarrende Dielen und dämonische Fratzen sind alles andere als innovativ, zumal das dazugehörige Timing kaum effektiv ist.
Einzig die Soundkulisse mit zahlreichen Flüsterstimmen, dumpfen Hüllkurven und natürlichen Klängen mit viel Hall ist stark ausgearbeitet, was angesichts der gemächlichen Erzählweise und den ausbleibenden Spannungseinlagen jedoch wenig bringt.
Auch die passablen Darsteller und die einigermaßen sicher arbeitende Kamera retten nicht mehr viel.
Viel zu häufig gerät die Geschichte ins Stocken, da sich die Gebrüder Rasmussen auf einzelne Motive festbeißen und ausgiebig darin schwelgen, anstatt sich auf die Geheimnisse des Hauses und die dazugehörigen Vorbesitzer zu konzentrieren, wobei das schmale Budget offenbar noch nicht einmal für kleine Flashbacks langte.
Das Resultat ist ein lahm aufgezogener Streifen, dem es an Abwechslung und noch mehr an Spannung mangelt und dem jegliche Innovation abgeht.
3,5 von 10