Das frisch verheiratete junge Pärchen Jessica (Elise Couture) und Dan (Michael Reed) erfüllt sich einen Herzenswunsch, indem sie eine alte Herberge in den New-England-Staaten kaufen. Das am Land gelegene alte Holzhaus, früher im Alleingang von einem Paar betrieben, steht seit einiger Zeit leer, da die verwitwete Besitzerin es seit dem Tod ihres Mannes nicht mehr allein bewirtschaften konnte. Auf Initiative ihrer Nichte kommt die wunderlich gewordene Dame nun ins Altersheim und die Pension wird verkauft. Alles scheint soweit in bester Ordnung, die beiden neuen Besitzer fühlen sich wohl dort und bemerken vorerst nicht, daß das alte Haus auch einige Geister der Vergangenheit beherbergt. Als Dan geschäftlich für ein paar Tage verreisen muß und Jessica alleine zurückläßt, widerfahren dieser einige seltsame Dinge, die sie komplett verändern...
Spukhausgeschichten, auch solche mit niedrigem Budget wie die vorliegende US-Produktion, können auch mittels kleinerer Effekte große Wirkung erzielen - hier jedoch gebricht es schlichtweg am Drehbuch, das eine genrebedingt nicht sonderlich innovative Story auftischt, diese dann aber schlicht nicht fertig erzählt sondern irgendwann im Nichts enden läßt. Während diverse Schauereffekte wie Geister im Spiegelbild, das seltsame Verhalten des Hundes oder geheime Gänge das unheimliche Geschehen am köcheln halten, kommt Die Hexe - Sie war vor euch hier einfach nicht auf den Punkt: Mittels alter Bücher im Keller findet Jessica zwar schnell heraus, daß hier einmal eine Frau gewohnt hatte, unter deren Obsorge ihr anvertraute Kinder an einer Grippe verstorben waren und die dafür dann gehängt wurde - in der langen Zwischenzeit war durch Legendenbildung sogar ein kleines Hexenmuseum in der Nachbarschaft entstanden - aber inwiefern diese Geister der Vergangenheit überlebt haben, welche Beziehung sie zu den vorherigen Wirtsleuten und erst recht zu den jetzigen neuen Besitzern haben, dies erschließt sich in keinster Weise und bleibt völlig im Dunklen.
Ein weiterer Fehler ist das Verhalten der anfangs erfreulich bodenständig auftretenden Hauptdarsteller, bei denen Dan nach der Rückkehr nicht bemerken will oder kann, daß sich seine vor kurzem noch so lebensfrohe Partnerin in eine verschlossene, unnahbare Person verwandelt hat. Ihr seltsames Verhalten scheint ihn zunächst nicht weiter zu stören, erst ganz am Schluß fragt er sie, was denn eigentlich los sei mit ihr - viel zu spät, denn da hat der geneigte Zuschauer schon längst eine Distanz zu beiden aufgebaut. Zu beiden, denn das Drehbuch läßt ihn auf dem Dachboden eine alte TV-Überwachungsanlage sämtlicher Zimmer im Haus entdecken (Paranormal Activity läßt grüßen), vor der er dann viel Zeit verbringt - dies verheimlicht er aber seiner entfremdeten Frau, statt die teils jahrzehntealten Aufzeichnungen gemeinsam mit ihr durchzuschauen und Schlüsse daraus zu ziehen. Vollkommen unklar bleibt auch die Rolle eines jungen Trios aus der Nachbarschaft, das einmal neugierig geworden das Haus betritt und anscheinend von den Geistern ermordet wird - wie genau und weswegen überhaupt, wird nicht thematisiert.
Zu bemängeln bleibt neben dem für ein vertrautes Paar fast schon getrennten Agieren der beiden Protagonisten auch das völlige Vergessen auf den Hauptzweck der ganzen Unternehmung - das Haus für Gäste herzurichten, um damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Erst in der allerletzten Einstellung des Films ist dann mal eine Familie zu sehen, die hier logieren will - davor wurde kein Sterbenswörtchen von einer möglichen Renovierung oder sonst irgendeiner Geschäftsidee gesprochen. Da auch Teile des Settings (der Keller ist viel zu sauber aufgeräumt, und in dem geheimen Gang liegt nicht ein Stäubchen am Boden, auch gibt es keinerlei Spinnweben oder dergleichen) einfach nicht zu einer Spukhausgeschichte passen wollen, ist der im Original The Inhabitants betitelte Streifen vor allem mangels irgendeiner Er-/Aufklärung oder wenigstens einer knackigen Schlußpointe ein ziemlicher Reinfall. 1 Punkt.