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Sechs Jahre sind seit den Geschehnissen in Trancers vergangen. "Future Cop" Jack Deth (Tim Thomerson) hat sich in der Vergangenheit niedergelassen und Lena (Helen Hunt) geheiratet. Da tauchen plötzlich wieder Trancers auf, obwohl es schien, als wäre mit dem Tod von Whistler dieses Problem ein für alle Mal gelöst. Wie sich herausstellt, hat Whistler einen Bruder namens Wardo (Richard Lynch), und dieser Schurke hat die dubiose Öko-Organisation Green World zwecks Tarnung auf die Beine gestellt, um in aller Ruhe und ungestört eine wahre Trancer-Armee zu erschaffen. Um Dr. Wardo und seine Trancers aufzuhalten, ergreift man auch im 23. Jahrhundert verschärfte Maßnahmen. Man schickt nicht nur McNulty (Art LaFleur) in der Zeit zurück (diesmal steckt er im Körper der hübschen Alyson Croft), sondern reaktiviert auch Jack Deths verstorbene Frau, welche als Patientin Alice Stillwell (Megan Ward) in der Anstalt von Dr. Wardo quasi in der Höhle des Löwen sitzt. Derweil häufen sich die Trancer-Attacken auf Jack Deth und seinen Freund Hap Ashby (Biff Manard). Jack ist klar: Er muß Wardo aufhalten.

Die Besetzung dieses B-Movies ist so wunderbar, daß es nahezu unvorstellbar ist, Trancers II könnte enttäuschen. Tim Thomerson (Near Dark), Helen Hunt (As Good as It Gets), Megan Ward (Joe's Apartment), Richard Lynch (Invasion U.S.A.), Martine Beswick (Dr. Jekyll & Sister Hyde), Jeffrey Combs (Re-Animator); sogar Sonny Carl Davis (TerrorVision) und Barbara Crampton (Re-Animator) schauen vorbei! Und was passiert? Trancers II enttäuscht! Glückwunsch an Charles Band, der dieses bestimmt nicht ganz einfache Kunststück geschafft hat. War Trancers noch ein kurzweilig-sympathischer Actionspaß, so hat das Direct-to-Video-Sequel leider mit einigen Längen zu kämpfen. Die Geschichte wirkt unausgegoren, es entsteht kein richtiger Fluß (von einer Dramaturgie ganz zu schweigen), und den Actionszenen fehlt es - trotz vieler saftiger Squib-Effekte bei den Shootouts - an Dynamik und Originalität.

Hinzu kommt, daß kultige Schauspieler wie Jeffrey Combs (als Arzt), Martine Beswick (als Oberkrankenschwester) und Barbara Crampton (als Interviewerin) in undankbaren Nebenrollen regelrecht verheizt werden. Sehr schade. Darüber hinaus funktioniert hier das Zusammenspiel von Dramatik und Humor überhaupt nicht. Die witzigen Szenen wirken aufgesetzt und fühlen sich an wie ein Fremdkörper, den man in den Film geschubst hat, weil Charles Band halt auf dieses Nehmt-mich-bloß-nicht-zu-ernst-zwinker-zwinker abfährt. Einige der schauspielerischen Darbietungen wirken lustlos, wohingegen manch anderer so peinlich agiert, daß man denkt, da hat aber jemand den Beruf völlig verfehlt. Biff Manard z. B. gibt den Betrunken so dermaßen erbärmlich, daß man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Außerdem mangelt es dem Film an Charme, Spritzigkeit und guten Einfällen.

Die Idee, Jacks verstorbene Frau zurückzuholen und Jack damit ins Gefühlschaos zu stürzen, mag ja recht nett sein, die Umsetzung ist es jedoch nicht. Die Zickerei zwischen den beiden Frauen nervt, und Jack Deth verliert durch sein ungestümes Handeln einige Sympathiepunkte. Immerhin muß er am Ende eine Entscheidung treffen, und da kriegt der Streifen doch noch die Kurve und macht die Emotionen für den Zuschauer zumindest ein klein wenig fühlbar. Das alles soll jetzt aber nicht heißen, daß Trancers II nicht phasenweise gut unterhält. Tim Thomerson dabei zuzusehen, wie er Trancers wegpustet und den einen oder anderen coolen Spruch raus haut, macht nach wie vor großen Spaß. Der Rest allerdings ist ziemlich zäh, uninteressant, nervend und/oder unbefriedigend geraten. 1992 folgte Trancers III, diesmal unter der Regie von C. Courtney Joyner.

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