Review

Nachdem er dem irren Whistler einen Strich durch die Rechnung gemacht hat (siehe den Vorgänger) sitzt "Trancers"-Jäger Jack Deth immer noch im Körper seines Vorfahren gefangen in der Vergangenheit fest. Um ihn mittels einer neu entwickelten TCL-Kammer nun wieder in die Zukunft zurückzuholen, reist Deths Vorgesetzter McNulty als 15jährige Teenagerin zurück ins Jahr 1991... und informiert ihn zudem auch darüber, dass seine totgeglaubte Ehefrau Alice nach einem versemmelten Zeitreise-Auftrag in seiner Gegenwart seit sechs Monaten ihr Dasein als Insassin in einem Sanatorium fristet. Schlimmer noch: Bei dem Anstalts-Leiter Dr. Wardo handelt es sich um Whistlers nicht weniger größenwahnsinnigen Bruder, der munter an der Erschaffung neuer "Trancers" werkelt, indem er die in seiner Obhut befindlichen Patienten in Zombie-ähnliche Kreaturen verwandelt. Nachdem Deth seine Ehefrau aus den Klauen Wardos befreit hat, wirft diese sich ihm prompt wieder an den Hals, was seiner Gegenwarts-Ische Leena ganz schön gegen den Strich geht... Sieben Jahre nach dem - kurioserweise - recht wohlgelittenen "Trancers" hat sich Charles Band nochmal an sein minderbemitteltes "Blade Runner"- und "Terminator"-Rip-Off erinnert und diese sogar noch beschissenere Fortsetzung auf den Weg gebracht... und damit den Startschuss zur nächsten, billigen Direct-to-Video-Franchise seiner Full Moon-Klitsche gegeben, aus der sich mit geringem Aufwand noch der eine oder andere Dollar Gewinn pressen lässt, denn die weiteren Sequels (eines billiger und blöder als das nächste) sollen da im Anschluss noch in schneller Folge auf den Zuschauer niederprasseln. Zwar hat man es geschafft, sämtliche relevanten Darsteller des Originals (darunter sogar die spätere Oscar-Preisträgerin Helen Hunt kurz vor ihrem Durchbruch mit der Sitcom "Verrückt nach dir") erneut vor die Kamera zu zerren, was aber nicht bedeutet, dass hier die an und für sich auserzählte Geschichte des ersten Teils sinnvoll fortgeführt wird. Im Gegenteil: Die wirre Handlung, durch die man eh nicht so wirklich durchsteigt, wird ziemlich verhackstückt dargereicht, denn so manche Szenen folgen hier nicht immer logisch aufeinander, sondern wirken so, als wären sie mehr oder weniger zufällig aneinandergereiht worden... und was genau ein "Trancer" nun eigentlich sein soll, ist immer noch nicht wirklich klar, denn wenn hier nur - wie es den Anschein hat - irgendwelche Leute mittels Gehirnwäsche und Drogen zu willenlosen Handlangern umgepolt werden, warum lösen die sich nach ihrem Tod dann bitteschön rotglühend in Rauch auf? Dem Zuschauer soll dabei mittels ziemlich debiler Action-Einlagen notdürftig der Eindruck vermittelt werden, es hier mit einem echten "Reißer" zu tun zu haben, der Alibi-Anstrich eines Zeitreise-Science-Fiction-Abenteuers täuscht allerdings noch weniger als beim Original darüber hinweg, dass das alles nur auf die Schnelle übers Knie gebrochen wurde, während der technische Standard selbst für B-Movie-Verhältnisse noch weit, weit unter Durchschnitt vor sich hindümpelt. Echte Spezial-Effekte hat man sich da wieder mal gespart, die Schauwerte beschränken sich da auf ein paar lausige "Trancers"-Make-Ups und ein bisschen Zeitlupen-Splatter während den Schießereien, für den sich ein Sam Peckinpah im Grab noch fremdschämen würde. Da weiß man doch echt nicht, was hier denn nun eigentlich schlimmer ist... dass dieser Stuss als lustig gemeinter Genre-Spaß über weite Strecken mit einem krampfhaften Augenzwinkern daherkommt oder dass er sich in einigen wenigen Momenten in Verkennung sämtlicher Realitäten dann ganz unangebracht doch ernst nimmt (oh je!). Den Vogel schießt dann aber wieder Tim Thomerson als hartärschiger Zukunfts-Bulle ab, der erneut aufspielt, als befände er sich in einer Parodie und sich zuerst immer ordentlich Gel in die Haare schmiert, bevor er die Bösewichter wegballert. Da retten auch solche bekannten Gesichter wie Richard Lynch und Jeffrey Combs im Cast, die vor 35 Jahren sicherlich noch den einen oder anderen harten Allesgucker dazu animiert haben dürften, sein Geld hierfür in der Videothek zu lassen, nichts mehr. "Trancers 2" ist (wie schon der Vorgänger) lupenreinster Schrott.

2/10

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