Regisseur Bodo Fürneisen konnte bereits einige Erfahrungen mit Märchenverfilmungen sammeln und bringt das eher unbekannte Werk der Gebrüder Grimm auf ein schlichtes, jedoch sympathisches Format. Den Teufel höchstpersönlich hat man zumindest selten so tollpatschig erlebt.
Der eitle Prinz Marius kehrt nicht von seinem Ausritt zurück, da er im Wald in eine Falle des Teufels gerät. Dieser verwandelt ihn in ein Zottelmonster und gibt ihm 40 Tage Zeit, um eine heiratswillige Frau zu finden, ansonsten gehört ihm seine Seele. Über Umwege landet er in der Scheune von Hedwig, deren Nichte Elise sich heimlich um den verletzten Marius kümmert. Doch die Wachen des Königs sind auf der Suche nach einer Bestie...
Ein schöner Kontrast, wie der selbstsüchtige Marius beim Barbier eingeführt wird und nicht sichtbare Bartstoppeln mit Tierfell vergleicht. Wenig später sieht er aus wie ein Werwolf, vor dem alle Angst haben. Bis auf Elise, die den angeschossenen Zottel mit Essen versorgt und als Außenseiterin bei ihrer Tante schuften muss. Selbstredend entwickelt sich rasch eine Bindung zwischen den Außenseitern.
Dazwischen ist der König in Sorge um seinen verschwundenen Sohn und erkennt diesen nicht, als Marius heimlich am Hofe aufkreuzt. Es wird ein Kopfgeld auf die Bestie ausgesetzt, während Marius und Elise ein Tänzchen unterm Sternenhimmel wagen und sich entsprechend näher kommen, was dem Teufel wiederum gar nicht gefällt.
Die Ausstattung ist mindestens zweckdienlich, der Score punktet von vornherein mit wohlklingenden Arrangements und die recht variable Kamera liefert teils stimmungsvolle Bilder. Darstellerisch wird angenehm natürlich performt, wobei Wilfried Hochholdinger als Teufel besonders überzeugt, zumal er einige Situationskomik und ein paar flapsige Sprüche einbringen kann.
Für die ganz jungen Betrachter könnte die Maskerade des verwandelten Prinzen ein wenig zu düster ausfallen, da das Make-up relativ überzeugend ausfällt und die Augen innerhalb der dunklen Körperumgebung zuweilen ein wenig gespenstisch aussehen. Ansonsten wird ein flottes Tempo gefahren, es entsteht kaum Leerlauf und so steht einem Happy End nichts im Wege.
Eine schlichte, jedoch sympathische Verfilmung, was für Märchenfreunde keine schlechte Wahl darstellt.
6,5 von 10