Es mag der etwas schwachen Vorlage der Gebrüder Grimm geschuldet sein, dass vorliegende Märchenverfilmung nicht sonderlich zu überzeugen weiß. Natürlich beinhalten derlei Geschichten häufig faustdicke Logiklöcher, doch zumindest hätte man diese in Ansätzen schließen können.
Prinzessin Maleen und Prinz Konrad lieben sich seit ewigen Zeiten, doch ihr Vater willigt partout nicht in die Hochzeit ein und lässt sie für sieben Jahre in einen Turm einmauern.
Als sie sich schließlich befreit, muss Konrad zwangsweise Prinzessin Walpurga ehelichen.
Per Zufall landet Maleen als Küchenmagd am Hofe von Konrad, welcher am folgenden Tag heiraten wird...
Obgleich der Score ausgezeichnet auf das Geschehen abgestimmt ist, die Kulissen und Landschaften recht viel hermachen und auch die Kostüme mindestens nett aussehen, will der Funke von Beginn an nicht so recht überspringen. Das schwülstige Geschwafel der Titelgebenden lässt keine Poesie einfließen, zudem ist ihr Verhalten in keiner Form nachvollziehbar. Zu einem bestimmten Zeitpunkt hätte das Paar heimlich fliehen können und auch nach dem Einmauern (mit Kuhscheiße?), wäre die Mauer bei leichtem Keuchhusten bereits eingestürzt.
Zudem will man sich nicht ausmalen, wie der Turm nach sieben Jahren gemüffelt haben muss, mal abgesehen von der ungewaschenen Prinzessin, der noch nicht einmal Stoff zu lesen oder ein Smartphon gereicht wurde. Prinz Konrads Liebe kann auch nicht doll sein, denn in der ganzen Zeit schaut er nicht einmal vorbei, - andere hätten den Turm nach wenigen Stunden abgerissen. All das dürfte Kindern nicht allzu sehr auffallen, doch als Maleen als verschleierte Küchenmagd die Stelle der eigentlichen Braut annehmen muss, wundern sich gewiss auch einige jüngere Zuschauer, wie deppert Konrad sein muss, den frappierenden Unterschied nicht zu bemerken.
Derweil wird darstellerisch unterschiedliches Niveau geboten. Mariella Ahrens ist als böse Prinzessin Walpurga durchaus überzeugend, Götz Otto macht als schmieriger Marshall mit wilder Mähne Laune und Thorsten Nindel überzeugt mit bodenständigem Spiel und glaubhaft dargebrachten Dialogen, - etwas, was dem eigentlichen Paar im Fokus leider völlig fehlt und größtenteils hölzern anmutet.
Humoristische Einlagen bilden ebenfalls absolute Mangelware, weshalb kaum ein Hauch von Charme auszumachen ist. Kurze Konversationen zwischen Magd und stummen Diener fallen noch einigermaßen goldig aus, doch damit hat es sich bereits. Spannend gerät das Treiben ohnehin zu keiner Zeit, ein wenig turbulent wird es immerhin während der letzten Minuten.
Die etwas kühle Umsetzung spiegelt womöglich die eher phantasielose Vorlage wieder, denn von der intriganten Nebenbuhlerin, über den ahnungslosen Bräutigam bis zur eingeschlossenen Prinzessin ist bei den Grimm Brothers alles schon mal da gewesen.
Die Umsetzung unterhält zwar so einigermaßen, sie verzaubert und fesselt jedoch nicht und zählt somit zu den schwächsten Märchenverfilmungen jüngerer Tage.
4 von 10