Review

Im Bereich der paranormalen Gruselfilme bewegen sich die Werke von Produzent Jason Blum so langsam auf das zu, was SciFi und Asylum für den Katastrophenfilm darstellen: Austauschbare Streifen von der Stange. Regisseur Kevin Greutert arbeitet zwar handwerklich passabel, seine Mimen konnte er jedoch nicht sonderlich motivieren.

Ein Jahr nach einem schweren Autounfall ziehen Eve (Isla Fisher) und ihr Mann David (Anson Mount) auf ein abgelegenes Weingut in Kalifornien. Die mittlerweile schwangere Eve hat vermehrt Visionen, welche ihr Umfeld als Depressionen abspeist, während die Vorgeschichte des Geländes scheinbar ein paar düstere Geheimnisse offenbart…

Eigentlich die allseits bekannten erzählerischen Eckpunkte für ein solches Unterfangen: Trauma, Schwangerschaft, neue Lebenssituation, vogelige Nachbarn und eine Handvoll Visionen. Doch es dauert, bis endlich einmal das Bettgestell verbogen wird, Weinflaschen zerspringen und ein Blutfleck an der Wand erscheint. Das ist alles nicht sonderlich atmosphärisch aufgezogen und obgleich die Kulisse des Weingutes treffend gewählt ist und der routinierte Score einige schöne Arrangements einfließen lässt, springt der Funke kaum über.

Das ist primär dem lustlosen Spiel der Darsteller zu verdanken. Isla Fisher bleibt die meiste Zeit über nahezu regungslos und scheint fast so gelangweilt zu sein wie ihr Kollege Mount, dessen Figurenzeichnung gegen Null tendiert. Zwar sind mit Eva Longoria und Jim Parsons zwei recht bekannte Gesichter in Nebenrollen zu sehen, doch streng genommen tragen diese rein gar nichts zur Handlung bei.

So fühlen sich die rund 82 Minuten Laufzeit deutlich länger an, da sich schlicht zu wenig ereignet. Erst in den letzten Minuten wird ein Twist aufgetischt, welcher in dieser Form nicht unbedingt absehbar war, auch wenn er von einem französischen Thriller neueren Datums abgekupfert ist. Hier offenbart Greutert seine Stärken in Sachen Timing und Spannung, - etwas, das knapp eine Stunde davor als Mangelware bezeichnet werden muss. Denn Flüsterstimmen, Gestalten vorm Fenster oder verschwundene Vorbesitzer hat man schon zu häufig und meistens effektiver erlebt.

Das schwache Schauspiel mit mangelnder Chemie zwischen den Beteiligten, die oberflächlichen Dialoge und die wenigen Schockmomente bilden zu viele Mankos gegenüber dem gelungenen finalen Akt. Splatterfreunde kommen keinesfalls auf ihre Kosten, aber auch Freunde stilvoller Gruseleinlagen werden kaum fündig. Die teils gekonnt gefilmten Landschaften retten nicht mehr viel, - da muss man sich schon gut überlegen, ob ein Twist mit rund zehn Minuten Spannung überhaupt eine Sichtung wert ist.
4,5 von 10

Details
Ähnliche Filme