kurz angerissen*
Nach „Jessabelle“ ein weiterer Stangen-Grusler von Kevin Greutert, der sich ebenso hübsch gefilmt wie belanglos seinen Weg zur groß aufgebauschten Auflösung bahnt. Selten hat man die Konstruiertheit unerklärlicher Vorkommnisse im modernen Mystery-Horrorfilm deutlicher durchschaut als hier. Gerade retrospektiv, wenn man die ganze Auflösung kennt, wirkt der Aufbau von „Visions“ unheimlich billig und bequem. Die ganze Errungenschaft dieses Films ist im Grunde die Anatomie der Schlussszene, deren Einzelbestandteile man rückwirkend einfach auf die komplette Resthandlung verteilt hat und darauf vertraut, dass der fehlende Kontext für Schauergefühle sorgen würde.
Da auch die Motive rund um Kapuzengestalten, unheimliche Schaufensterpuppen und blutige Handabdrücke nicht gerade zu den innovativsten Erzeugnissen des Gegenwartskinos gehören, beginnt der dramaturgische Aufbau recht bald zu langweilen, zumal sich die Jump-Scare-Techniken zu sehr auf lange, ereignislose Einstellungen verlassen, die mit einem plötzlichen Buh-Effekt drohen.
Isla Fisher, die 2015 zum dritten Mal Mutter wurde, dürfte ob der Schwangerschaftsthematik in Interviews zum Film wohl mit einem persönlichen Zugang zum Drehbuch argumentiert haben und liefert eine annehmbare Leistung, muss in der absoluten Standardrolle eine jungen Frau mit vermeintlichen Halluzinationen allerdings auch keine Höchstleistungen bringen. Wenn man etwas wirklich Positives aus „Visions“ ziehen will, dann sind es die wahrlich fotogenen kalifornischen Weinberge und die sehr schmucke Landhausvilla an ihrem Fuße.
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