Speziell Geisterfilme müssen nicht sonderlich viel Budget verschlingen, denn im Grunde genügen ein paar fähige Mimen, eine atmosphärische Umgebung und ein paar zündende Effekte nebst pointierter Auflösung. Der schwedische Regisseur Christian Hallman drehte seinen per Crowdfunding gesponserten Film für 15.000 Euro in nur 13 Tagen ab, was inszenatorisch kaum auffällt. Die einschläfernde Erzählweise erfordert allerdings mehr als nur Geduld.
Caroline wagt nach dem Tod ihrer Mutter und der Trennung vom Freund einen Neuanfang in einem Mehrfamilienhaus. Nach einigen Begegnungen mit merkwürdigen Nachbarn gewöhnt sie sich so langsam an die neue Umgebung, bis das Mädchen My auftaucht und alte Gefühle in Caroline wachrüttelt…
Was für eine Trantüte. Es ist klar, dass die Exposition ein wenig Zeit beansprucht, doch hier fühlt sich die Situation so an, als sei nahezu der komplette Streifen Exposition. Caroline packt aus, Caroline liest, Caroline badet, eine Freundin schaut vorbei und man begegnet abwechselnd der alten Vermieterin, dem vogeligen Nachbarn oder dem Blinden mit Hund.
Und was hier an Übersinnlichen in die Runde geworfen wird, ist ebenfalls Hammer:
Eine Schranktür öffnet sich und eine elektrische Zahnbürste geht von allein an. Bamm!
Wenn denn wenigstens eine Bindung zur Hauptfigur zustande käme. Doch diese ist genauso lahm und depri wie die Stimmung in dem tristen Gebäude, zumal etwaige Schicksalsschläge lediglich angedeutet werden und man nie genau erfährt, warum Caroline bestimmte Tabletten einwirft und den Termin in der Nervenklinik wahrnehmen sollte. Mit Auftauchen des Mädchens erklären sich einige Umstände von selbst, doch Caro ist keine Dame, die einem in irgendeiner Form ans Herz wächst.
Insofern und im Kontext belangloser Ereignisse ermüdet das spannungslose Geschehen zusehends und im letzten Drittel ist wiederum frühzeitig erahnbar, wie die Chose wohl enden dürfte. Da helfen auch keine passablen darstellerischen Leistungen und eine recht gelungene Sounduntermalung, die zumindest in Ansätzen so etwas wie Atmosphäre generiert.
Das dröge und einfallslose Treiben wäre in einiger Hinsicht gerne ein Pendant zu „So finster die Nacht geworden“, doch von dieser speziellen Stimmung und den emotionalen Spitzen ist der Film meilenweit entfernt, welcher anhand von zwei gelungenen Flashbacks demonstriert, was im Grunde genommen möglich gewesen wäre. Doch so bleibt er von A bis Z boring und hinterlässt zudem eine nicht gerade glückliche Stimmung. Na immerhin.
3 von 10