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Kane Hodder und Bill Moseley als Fieslingsduett ist schon mal eine gute Vorraussetzung für einen Slasher der grobschlächtigen Art, doch wenn sich Regisseur Christian Winters als Macher des Werkes quasi verleugnen und seinen Namen anonymisieren lässt, spricht das deutlich gegen die Qualität des Streifens.

Die Brüder und Schrottplatzbetreiber Jon Roy (Hodder) und Darryl (Moseley) geben sich als Notärzte aus, hören die Notrufe ab, um schließlich die wehrlosen Opfer entweder zu foltern oder gleich zu töten. Ein paar Jugendliche um Amy geraten ebenfalls in die Schusslinie der Wahnsinnigen…

Immerhin wird recht früh ein Background für die Boshaftigkeit der Brüder geliefert, denn ihr Vater wandte einst den selben fiesen Trick an und behandelte seine Sprösslinge und die Ehefrau nicht gerade sanft, woraufhin die Äpfel nicht weit vom Stamm fallen.
Allerdings dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis die Fieslinge zur Tat schreiten.

Bis dahin ist man von weitgehend unsympathischen Teenagern umgeben, die entweder Beziehungskisten wälzen, unverantwortliche Autorennen mit Akrobatik verbinden, während Amy Probleme mit ihren kleinen Brüsten hat, was sie und Mom mittels einer relativ spontanen OP zu ändern gedenken. Allerdings erschließt sich nicht, warum Amy nach der OP dieselbe Körbchengröße aufweist und als blonde Lockenglomse mit roten Lippenstift herumläuft und sich damit komplett verschandelt, was sogar negativen Einfluss auf den Showdown hat.

Dazwischen war die FSK mal wieder völlig unsensibel und griff zur offenbar größten Schere, denn es fehlen über zwei Minuten, und selbst ein Erstechen im Halbdunkel wurde entfernt.
Bei einigen potenziellen Opfern ist das Schicksal gar ungewiss und wer sogar herausschneidet, wie ein Hammer ein Handy (!) trifft, sollte vielleicht mal den eigenen Verstand überprüfen lassen.

Aber auch uncut lohnt sich der Streifen allenfalls in Ansätzen. Die Atmosphäre auf dem Schrottplatz ist noch einigermaßen stimmig und Hodder macht einen ordentlichen Job, doch der Rest der Mimen performt unterdurchschnittlich, die Dialoge sind hölzern und unglaubwürdig, wogegen der Score zumindest im letzten Drittel einigermaßen antreibt.
Der Showdown kommt mit minimalen Spannungseinlagen daher, doch das offene und abrupt einsetzende Ende wirkt beinahe so, als sei Winters der Ausgang bereits komplett egal gewesen.

Und so kommt hier letztlich alles ein wenig unmotiviert daher, selbst Moseley scheint weitgehend neben sich zu stehen. Das Drehbuch besteht aus zahlreichen Laufzeitstreckern und deutlich zu vielen Rückblenden, die wenige Action ist zwar passabel inszeniert, doch allzu blutig fällt das Treiben selbst ungeschnitten nicht aus. Und die Grundidee, welche angeblich auf dem Alptraum des Drehbuchautors Paul Travers basiert, ist zwar recht perfide, zugleich auch unlogisch, denn die Tour mit dem Fake-Krankenwagen kann man nur solange durchziehen, bis der echte Notarzt hinzu kommt und wiederholt die angeblichen Opfer verschwunden sind. Rund vierzig Jahre dürfte so etwas nicht gut gehen, - aber es handelt sich ja auch nur um einen nicht allzu gut durchdachten Slasher, der weder allzu viel Spannung noch sonstige Qualitäten zu bieten hat.
3 von 10

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