Review

Staffel 1

Staffel 1

Ash ist zurück und grooviger denn je

Jahrelang wurden Stoßgebete gen Himmel gesandt, dass irgendwann die Teufel wieder tanzen und Ash Williams seine noch einmal Kettensäge schwingen sollte. Egal ob in Form eines "Evil Dead 4", einem Remake oder gar "Freddy vs Jason vs Ash". Im Endeffekt müssen wir uns mit dieser neuen Serie und Fortführung von Ashs Saga "begnügen" - was für ein Glücksfall, sag ich da nur, es hätte kaum besser kommen können! Was Starz und Amazon uns hier über zehn wahnwitzige, kurzweilige Folgen kredenzen, lässt feuchte Fanträume wie Kindergeburtstage aussehen. Ganz in der Tradition von "Evil Dead (2)" und "Armee der Finsternis", kämpft der in die Jahre gekommene Ash mal wieder gegen die Monster und Dämonen des Nekronomikon, aus dem er leider zugedröhnt mit einer Bettgespielin rezitiert hat und so mal wieder das Böse über die Erde gebracht hat. Ein paar Narben und Falten mehr, um körperliche Wehwehchen und ein paar sexuelle Erfahrungen reifer, doch im Endeffekt ist alles beim Alten. Nur eben mit aktuellen Effekten, modernem Look und mehr Tempo denn je. Es gruselt und unterhält, es splattert massiv und bringt lauthals zum Lachen. Gegensätze, die es in dieser Extremität nur bei "Evil Dead" gibt. Köstlich, wenn man denn für diese Art von Humor gemacht ist. Schön zu sehen, dass so nun eine ganz neue Generation Bekanntschaft mit Ash und seinen liebenswerten Zombies machen kann. 

Die Computer-Effekte zählen zwar nicht zur TV-Oberklasse, doch dafür sehen Masken und handgemachte Effekte grandios aus. Die Story kann man an zwei Fingern abzählen und eigentlich besteht jede Folge nur aus ein paar platten Sprüchen vom Meister mit dem Boomstick plus spritzende Körpersäfte und grinsende Dämonen - doch das reicht. Die jeweils ca. 25 Minuten vergehen wie im Flug und Fans bingen eine Staffel schneller als sie "Hütte im Wald" sagen können. Ash ist noch cooler und abgefuckter geworden und seine bunte Truppe, die er im Laufe der Staffel um sich schert, schließt man ebenfalls schnell ins Herz. Schade persönlich aber toll für eine Serie, dass (außer vielleicht Ash) vor den Auswüchsen des Buch des Todes (= Tod) hier keiner sicher ist. Jeder kann sterben. Der Ton der Kultklassiker wird erstaunlich gut getroffen und die Balance aus Horror und Humor wird gehalten wie in alten Zeiten. Brutal, temporeich, politisch unkorrekt. Fans des Franchise trauen ihren Augen kaum. Abzüge in der B-Note gibt es für die kaum vorhande Geschichte, manch einem zu billigen Effekt und dem redundanten Folgenaufbau. Wenn Staffel 2 daran noch arbeitet, ist endlich alles grooooovy!!!

Fazit: Splatterteig der knusprigsten Sorte - besser als eine Kinofortsetzung der Reihe je hätte werden können. Ash sieht man einfach liebend gerne dabei zu, wie er Schrotflinte und Kettensäge schwingt wie kein Anderer. Als ob die Teufel nie das Tanzen aufgehört hätten! (8,5/10)

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