Hier ist sie nun, die wohl bekannteste (zumindest vom Namen her) Produktion/Reihe aus der Charles Band /Full Moon-Schmiede. Traurigerweise hat sie es bisher noch nicht geschafft, sich auf einer deutschsprachigen DVD zu verewigen und so musste ich Vorlieb nehmen mit der Videokassette von CIC. So konnte ich wenigstens meinem Videorekorder zeigen, dass ich ihn nach all den Jahren der gemeinsam durchzechten Nächte auch im DVD-Zeitalter nicht vergessen habe.
Kurz zur Story: Der Bastler Andre Toulon hat es geschafft, Puppen Leben einzuhauchen, doch nimmt er dieses Können als Geheimnis mit ins Grab. Jahrzehnte später kommen ein paar parapsychologisch oder andersartig begabte Personen zusammen und bekommen zu spüren, dass einer ihrer Kumpels dieses Geheimnis gelüftet hat und die Puppen für seine Pläne mit blutigen Folgen einsetzt.
Die Story ist noch etwas komplexer als von mir dargeboten und gerade in der ersten halben Stunde wird dem Zuschauer erst nach und nach häppchenweise klar, worum es eigentlich genau geht und wer da und warum zusammenkommt.
Die Charaktere haben alle besondere Befähigungen, werden aber ansonsten nicht weiter ausgebaut und viele von ihnen dienen im Endeffekt nur als Kanonenfutter für die Puppenstube. So gibt es beispielsweise einen Zukunftsträumer, der auch die Hauptperson darstellt, eine Frau, die vergangene Geschehnisse an Orten wahrnehmen kann und soweiter und sofort.
Schauspielerisch bewegen sich die Darsteller auf mittelmäßigem bis schwachem Niveau, was aber nicht weiter schlimm ist, denn die wahren Hauptdarsteller sind, na logo, die Puppen.
Hier gibt es einige interessante Figürchen, wie ich finde, wobei jede ihre besonderen Stärken hat. So haben wir da den weißgesichtigen, behüteten und bemantelten Messer- und Hakenexperten, das blutegelauswürgende Fräulein, den erbsenköpfigen Muskelmann, den Bohrerkopf und noch ein paar andere. Jede dieser Figuren bekommt die Gelegenheit, ihre Künste mit blutigen Folgen für die Anwesenden unter Beweis zu stellen.
Die Effekte möchte ich als gelungen bezeichnen. Auch wenn man an einigen Stellen merkt, dass die Produktion recht kostengünstig gewesen sein dürfte (z.B. wenn man Teile der Puppenspieler im Bild ausmachen kann, wobei für ein Nachdreh kein Geld mehr parat gewesen ist), kommen die kleinen Männer und Frauen sehr gut rüber. Die Mischung aus Stop-Motion und "Kasperletheater" hat mich jedenfalls überzeugt. Außerdem gibt es die ein oder andere Blutigkeit zu begutachten, die sich sehen lassen kann.
Wenn man den Film schlechtmachen wollte, würde er genügend Angriffsfläche bieten, aber ich habe mich insgesamt köstlich unterhalten. Stellenweise gibt es ein paar Längen, z.B. bei den unnötigen Liebesverlangen der vergangenheitsspürenden Frau oder der nightmareschen Traumwiederholung und auch das Ende war mir etwas zu abgehackt, aber ansonsten ist dies ein gelungener erster Teil der Puppetmaster-Reihe.