Man höre und staune, die Puppetmaster Reihe ist inzwischen auf 8 Teile und ein Spi-Off vs Demonic Toys angewachsen. Alles begann 1989 mit diesem kleinen Horrorstreifen von David Schmoeller um eine Gruppe mordender Killerpuppen. Ein Jahr zuvor hatte uns Mörderpuppe Chucky noch das Fürchten gelehrt so ist hier aus der einen kleinen Kultmörderpuppe gleich eine ganze Horde geworden. Im Film haucht Andre Toulon ihnen das Leben ein und nun ziehen die Puppets im Haus umher um ihre Mordlust zu befriedigen.
Eigentlich ist Puppetmaster ein ganz nettes Horrorvergnügen mit ein paar Mörderpuppen. So toll, das man 7 Nachfolger drehen muss und damit genau so viele wie auch Hellraiser bekommen hat, der sich auf einem ganz anderen, viel höheren Niveau Film als Puppetmaster bewegt, ist dann vielleicht doch etwas übertrieben, aber die Produzenten schrecken halt vor gar nichts zurück solange man irgendwie einbisschen Geld verdienen kann. Der schlechte House of the Dead von Schundregisseur Uwe Boll hat 2005 ja auch noch eine Fortsetzung bekommen.
Puppetmaster ist ganz nett unterhaltsam. Ein Meisterwerk oder ein guter Film ist er wohl nicht geworden und 7 Fortsetzungen sind auch vollkommen übertrieben, aber so an sich ist Puppetmaster 1schon ganz nett anzuschauen.
Die Story ist dabei nicht wirklich neu. Eine Grupe von Killerpuppen gab es schon 1987 in Dolls von Stuart Gordon und die Sache mit Andre Toulon der seinen Puppen das Leben schenkt erinnert irgendwie an Geppetto aus der Legende von Pinocchio die ja bereits 1940 von Disney verfilmt wurde und 1996 gab es dann nochmal einen billigen Horrorstreifen um die alte Legende.
Die Kamerafahrten mit der Ego Sicht aus der Perpesktive der Puppen haben mir gefallen. Sie erinnern irgendwie an die berümhten und tollen Kamerafahrten von Dario Argento. So gut wie beim Giallo Großmeister sind sie hier vielleicht nicht geworden, sehen aber ganz nett aus. Gerade zu Beginn gibt es sehr viele dieser Kamerafahrten.
Ich gebe ja zu, was man hier an Bodycount und blutigen Effekte zu Gesicht bekommt ist in der Tat nicht das was man in Braindead geboten bekommt, wenn ich ganz ehrlich bin hatte ich das aber auch gar nicht erwartet. Ich hätte nicht gedacht, dass überhaupt ein Tropfen Blut spritzt. Es gibt nicht viel Blut, aber ein paar wenige, dafür gar nicht mal so schlechte Effekte. Die sehen gar nicht mal übel aus, schöne handgemachte Effekte. Da ist zum Beispiel der Headshot von Andre Toulon bei dem einbisschen Blut spritzt oder die Szene in der die eine Puppe am Ende in das Bein bohrt und unser Opfer dann noch einbisschen von den Puppen misshandelt wird. Puppetmaster ist indiziert und es gibt sogar nicht gerade wenig geschnittene Fassungen. So hart ist er nun wieder auch nicht, bei weitem nicht, Puppetmaster hat aber immerhin ein paar wenige ansehnliche blutige Effekte. In Sachen Blut und Bodycount bekommt der Zuschauer nicht viel geboten, aber immerhin schon mal mehr als in Chucky. Wegen blutigen Effekten sollte man Puppetmaster aber wirklich nicht gucken, da sollte man lieber Demonic Toys vorziehen.
Die Darsteller sind alle mäßig bis gut, für einen solchen Horrorstreifen auf jeden Fall ausreichend. Die Musik ist ein klassisches Horrortheme. Es hört sich ganz nett gruselig an und passt doch ganz gut.
Ein paar Kleinigkeiten sind schon angestaubt. Optisch macht das Ganze nicht mehr viel her. Außerdem wirken die Puppen heutzutage sehr billig. Sie sind einfach von irgendeiner Hand bewegt worden, die Bewegungen sind nicht wirklich flüssig und es sieht ziemlich unproffesionell und billig aus. Eine der Puppen sieht mit ihrem Minikopf und ihren Riesenhänden ziemlich doof aus. Die anderen Puppen sind aber eigentlich ganz niedlich.
Streckenweise passiert auch mal nicht so viel und Puppetmaster wird ein ganz klein bisschen langweilig. Nach dem flotten Beginn wird der Film, nachdem Geppetto 2 Andre Toulon mit einem blutigen Kopfschuss getötet wurde, einbisschen langweilig. Man kann ihn noch immer relativ gut ansehen und das mit der Langeweile dauert auch nicht so lange, aber da habe ich dann doch ein oder zwei Mal auf die Uhr geschaut. Ansonsten ist Puppetmaster gut ansehbar, relativ unterhaltsam und an einigen wenigen Stellen auch mal einbisschen spannend. Das Ende hält noch eine kleine Überraschung für den Zuschauer parat.
Fazit: Puppetmaster ist ganz nette Unterhaltung. Von mir gibt es keine uneingeschränkte Empfehlung, alle Horrorfans dürfen mit nicht allzuhohen Erwartungen zugreifen.