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Charles Band und seine Full Moon Entertainment Schmiede riefen die erfolgreiche B-Horrorreihe um die Killerpuppen ins Leben. Ende der 80er Jahre ließ sich noch niemand erträumen, dass acht Sequels folgen. Band, der schon weit über 200 Filme produzierte, davon setzte er dreissig selbst in Szene, schrieb auch das Drehbuch zu "Puppetmaster". Regisseur David Schmoeller (Tourist Trap, Netherworld) hat zwar Erfahrung im Genre Horror, dennoch sieht eine spannende Inszenierung anders aus, aber es fällt dem Zuschauer auch schwer das Geschehen ernst zu nehmen. Trotzdem sprechen hier viele von einem kleinen Klassiker, dem kann ich jedoch nicht beipflichten.

1939: Dem Puppenmacher Andre Toulon (William Hickey) ist es gelungen mit Hilfe einer ägyptischen Zauberformel seine Puppen zum Leben zu erwecken. Da man hinter ihm her ist, versteckt er die Puppen im Bodega Bay Inn Hotel und begeht Selbstmord.
1989: Megan Gallagher (Robin Frates) lädt einige Kollegen ihres gerade verstorbenen Ehemanns Neil (Jimmie F. Skaggs) ein, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Doch niemand rechnet mit den Killerpuppen, die nun einem neuen Meister dienen. Die kleine Gruppe um Anthropologe Alex Whitaker (Paul Le Mat) erlebt eine Nacht des Schreckens. Irgendjemand scheint sich an ihnen rächen zu wollen.

Eigentlich interessiert "Puppetmaster" höchstens wegen seiner eigentlichen Stars, den Puppen. Die Story vermag kaum zu überzeugen, besonders die Erweckung mittels einer ägyptischen Formel, die Toulon fand. Wer hinter ihm her ist, erfährt man nicht, auf jeden Fall bläst sich Toulon die Rübe weg. Jedoch stellt der Zuschauer schnell fest, dass alles hier etwas langgezogen wirkt, trotzdem kommt man nicht mal auf 90 Minuten Laufzeit. Die Einleitung vor Toulons Tod ist schon zu lang geraten und das eigentliche Geschehen findet dann fünfzig Jahre später am selben Ort statt. Auch gelingt es Schmoeller in keinster Weise das große und am Strand gelegene Hotel ein wenig unheimlich zu gestalten. Wir lernen die Kollegen des Verstorbenen kennen, ein Anthropologe der in die Zukunft sehen kann und sich schnell als Sympathieträger heraus kristallisiert, eine Wahrsagerin mit losem Mundwerk die gerne einen über den Durst trinkt und ein Ehepaar, wo die Frau besondere Fähigkeiten hat. Mit dem Berühren eines Gegenstandes kann sie in die Vergangenheit blicken. Alle vier haben mit dem Forscher Neil Gallagher zusammengearbeitet. Was mit dem Treffen bezweckt wird, bleibt sehr schleierhaft. Auch vermögen die banalen Dialoge ein wenig zu langweilen, bevor "Puppetmaster" erst Ende der ersten Halbzeit Fahrt aufnimmt.

Die Animierung der Killerpuppen ist schon für die damalige Zeit veraltet. Stop-Motion ist deutlich zu erkennen an den ungelenken Bewegungen, auch sieht man die Puppen nur selten ganz. Das sind insgesamt fünf Stück, jeder hat seine eigene Methode seinem Opfer einen grausamen Tod zu bereiten. Da wäre Blade, bewaffnet mit Messer und Haken, Tunneler der auf seinem Kopf einen Bohrer hat, Mrs. Leech kotzt eklige Blutegel aus, Pinhead hat einen überdimensionalen Körper und einen Minikopf und die Puppe mit dem Drehkopf hat gar keine Funktion zu erfüllen. Die wenigen Morde fallen selten gorig aus, es darf mal eine Kehle aufgeschlitz werden oder ein paar Finger werden abgetrennt, diese Effekte sind dann auch gut gemacht. So ist die zweite Filmhälfte wesentlich unterhaltsamer, wenn die Puppen beginnen den kleinen Gästekreis zu dezimieren. Aber auch hier fällt sofort der akkute Spannungsmangel auf, man ist eher amüsiert als gruselig unterhalten. Auch ergibt das Ganze nicht wirklich Sinn, auch wenn im Finale eine kleine Überraschung wartet. Selbst bei den Darstellern muss man Abstriche machen, höchstens Jimmie F. Skaggs (Dead End, Die Piratenbraut) die die Rolles des Fieslings wirklich gut. Aber ein blasser Paul Le Mat (American Graffiti, Deep Down) mit scheußlicher Frisur weiss sich kaum gut zu verkaufen.

Die Grundidee ist nett, doch bei der Umsetzung und einigen Plotelementen mangelt es hinten und vorne. Die erste Filmhälfte ist zu langatmig, zu spät und auch zu wenig treten die Puppen in Aktion, auch mangelt es an Spannung. Einen gewissen Unterhaltungswert möchte ich "Puppetmaster" gar nicht absprechen, auch der Score ist toll, aber für mich ist er nur Durchschnitt. Man hätte wesentlich mehr daraus machen können.

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