Review
von Leimbacher-Mario
Wir rotzen auf eure Gräber
Rap&Revenge heißt es in „Even Lambs Have Teeth“ mal wieder, wo zwei recht unbekümmerte, selbstbewusste, ja man könnte sagen überhebliche Stadtmädels im Hinterland auf einer Farm ehrliches Geld verdienen wollen, für einen ausführlichen Shoppingtripp in NYC - blöd nur, dass sie an ein paar perverse Rednecks geraten, die sie in abgeschiedene Container im Wald stecken und als Sexsklavinnen an die kranken Männer in der Gegend verscherbeln. Bis der Rachepart beginnt und der Film endlich seine saftigen Seiten auffährt...
Mother's Pay
„Even Lambs Have Teeth“ ist ein klassischer Exploitationer im modernen Gewand. Er passt punktgenau, polarisierend, frech in die MeToo-Zeit, die zwei Racheengel entwickeln sich von schüchtern und bitchy zu tough und erbarmungslos, die zweite Hälfte der perversen Show hat es zudem gut in sich. Selbst wenn man solche „Stacheldrahtpenetrationen“ oder Grasschneiderfetzereien natürlich auch schon besser, expliziter und böser in berühmteren Werken dieser Art gesehen hat. Doch das ist jetzt kein Grund, diese Semi-Schlachtplatte zu skippen. Zumindest nicht, wenn man für das Jargon etwas übrig hat. Viel eher ärgern könnte, dass die „Rape“-Parts komplett ausgespart werden, daher ein gutes Stück Dreibeinerhass und spätere Befriedigung bei der Rache wegfallen, dass die Mädels am Anfang doch arg gewöhnungsbedürftige Charakterzüge zeigen, dass das Ende eindeutig abgehakt wirkt und dass der Look irgendwie zu hochglanz, nicht dreckig genug wirkt. Und natürlich, dass man den dornigen Stiefel natürlich eigentlich schon seit 50 Jahren kennt. Egal was der Zeitgeist geschlagen hat.
Fazit: wenig Rape, viel Revenge. Kann man(n) mit leben? Wenn der Film an sich besser wäre, dann sicher wesentlich angenehmer... Diese Lämmer sind leider weder wirklich sympathisch noch schockierend oder sehenswert. Da gibt es in dem berüchtigten Subgenre viele fiesere, bösere, bessere Alternativen - von damals, von heute, wahrscheinlich auch von morgen. Nicht sehr hart, nicht sehr herzlich. Zumindest für die eingefleischteren Experten. Aber noch „genießbar“. Und knackig kurz. Kein Zeitverschwendung, ebenso kein Gewinn.