Inhalt:
Beijing Anfang des letzten Jahrhunderts. Die manchurische Qing-Regierung wird der immer chaotischeren Lage im chinesischen Reich nicht mehr Herr. Nur umfassende Reformen können das Reich der Mitte noch vor dem Untergang retten.
Dies erkennt der junge Kaiser, und fordert deshalb den jungen Denker Tan Sitong (Yue Hua) auf, zusammen mit anderen Männern eine Reform-Behörde zu begründen, in der über politische Neuerungen und deren Umsetzung nachgedacht wird.
Dem stehen jedoch die eigentlichen Machthaber Chinas argwöhnisch und feindlich gegenüber..., dies sind die Kaiserin-Witwe Cixi, die Tante des schwachen jungen Kaisers, und die sie umgebende Beamten- und Eunuchen-Clique.
Dennoch geht Tan Sitong die Sache an, und dass es Männer wie den aufrechten Leiter einer Kampfschule, Wang Wu (Chen Kuan Tai) gibt, stimmt ihn optimistisch.
So beobachtet Tan Sitong, wie Wang Wu den Schwachen hilft...
Wieder einmal werden junge Männer willkürlich festgenommen, die manchurischen Schergen Wen Ping (Chiang Nan) und Pei (Chiang Tao) tun sich hier besonders hervor, und Wang Wu greift beherzt ein.
Daran findet Tan Sitong Gefallen, und die Wege der beiden Männer kreuzen sich wieder in einem Freudenhaus, in welchem Wang Wu eine Lieblings-Gespielin (Betty Pei) hat.
Als es dort zu einer Auseinandersetzung zwischen Wu und dem rachsüchtigen Yan Feng (Lu Ti), der mit Wu noch eine alte Rechnung offen hat, kommt, hilft Tan dem jungen Kämpfer aus der Patsche. Beide Männer freunden sich an, und Wu bewundert den mutigen Reformer.
Doch die Schlinge um die Reformisten zieht sich immer mehr zu. Die konservativen Kräfte wollen die Reformisten arrestieren, ihr Tod ist längst beschlossene Sache!
Es kommt zu ersten Verhaftungen, Wu gelingt es aber, zumindest 2 der Reformisten außer Landes zu verhelfen.
Als jedoch 6 führende Köpfe der Reform-Behörde, unter ihnen Tan Sitong inhaftiert und ohne Prozess zum Tode verurteilt werden, versucht Wu den Manchu-Hauptmann Wen Ping auf seine Seite zu ziehen.
Wen unterrichtet seinen vorgesetzten General (Tung Lam) hierüber, und der geht davon aus, dass Wu die Hinrichtung Tan´s verhindern will.
Daraufhin stellen die Manchus Wu eine raffinierte Falle.
Der offizielle Tross zur Hinrichtungsstätte ist fingiert, nicht die wahren Delinquenten sitzen im Karren, sondern manchurische Schergen wie Pei, während der wahre Tross unerkannt zur Hinrichtungsstätte gelangt.
Wu und die Männer seiner Kampfschule (unter ihnen u.a. Li Hsiu Hsien und Wang Kwang Yu) überfallen den fingierten Tross, und es kommt zum erbarmungslosen, blutigen Kampf.
Auf das schwerste verletzt, und mit Kenntnis, dass die Hinrichtung Tan Sitongs blutig vollzogen wurde, gelingt es Wu, zur Schwester (Lily Li) Tan´s zu flüchten, die ihn gesund pflegt.
Für die Manchus ist Wu natürlich weiterhin eine Gefahr, aus Angst vor seinem KungFu verpflichten sie Wu´s alten Feind Yan Feng, Wu aus dem Weg zu räumen.
Dieser hat Tan´s Schwester verlassen, um blutige Rache zu nehmen.....
Zunächst wird Wen Ping, der Verräter, in dessen eigenem Haus -welches von den Truppen des Manchu-Generals umstellt ist- von Wu grausam und gnadenlos zu Tode geprügelt...
Direkt im Anschluss stehen sich Wu und Yan Feng, der Manchu-Kollaborateur, in einem äußerst brutal geführten Duell auf Leben und Tod gegenüber...., das Schicksal nimmt seinen Lauf........
Fazit:
Super..., ganz hervorragend! Der Eastern "The iron bodyguard" ist ein stringent inszenierter, mich beeindruckender Film mit einem würdevollen Yue Hua, einem saustarken Chen Kuan Tai, einer dichten Atmosphäre und intensiver, blutig und brutal durchgeführter KungFu-Action!
Der Streifen lebt zum einen vom Gegensätzlichen seiner Hauptprotagonisten, Yue Hua, der hier weniger den Kämpfer als den reformistisch-intellektuellen Denker abgibt, und Chen Kuan Tai, der der Bewunderer Yue Hua´s ist, und darüber hinaus den sagenhaften KungFu-Fighter in diesem Film verkörpert.
Chang Cheh und Pao Hsue-Li, die schon für "The pirate" kongenial das Geschehen vor der Kamera leiteten, bauen ihren Film relativ gemächlich, was die Grundhandlung angeht, auf.
Sie verleihen den Hauptpersonen damit Tiefe, der Reformer der sein Denken und Handeln als zwingend erforderlich betrachtet, hierbei nicht den Erhalt der Dynastie sieht, sondern vielmehr die Freiheit des chinesischen Volkes im Auge hat. Dies wird von Yue Hua darstellerisch brilliant verkörpert.
So sinniert er im Freudenhaus bei einem Becher Reiswein über seine reformistischen Ideen und Thesen..., ganz im Gegensatz zu seinem Co-Star Chen Kuan Tai, der im Freudenhaus sein Vergnügen mit der bildschönen Betty Pei sucht. Darüber hinaus ist Chen Kuan Tai hier natürlich der, der für die meiste Action sorgt, kampftechnisch ist er der Haupt-Akteur. Er zeigt wieder sein absolut bestechendes KungFu, zeigt seinen kraftvollen Kampf-Stil und seine präzisen Techniken.
Doch wird hier Chen Kuan Tai nicht als tumber Haudrauf-Gegensatz zu Yue Hua gezeigt. Er ist auch ein Bewunderer des Denkers Yue Hua, seine Freundschaft zu diesem wird Chang Cheh-typisch wieder schwelgend gezeigt, doch sieht er auch, dass es mit guten Worten und Ideen nicht getan ist, dass eben auch Gewalt nicht zu vermeiden ist.
Chang Cheh, er war ein Regisseur, der auch historische Gegebenheiten in seinen Filmen verarbeitete. Doch war er nicht versessen darauf, historische Details zu bieten, dies zeigte sich schon in den Filmen "Marco Polo" und "Boxer rebellion" ("Aufstand der Shaolin"). Das Historische ist lediglich eingebettet in eine fiktive Story, die unterhalten soll.
In "The iron bodyguard" wird der historische Hintergrund aber insoweit beleuchtet, als dass man als Nichthistoriker diesen Hintergrund versteht. Cixi (aka Tsu Hsi) war die letzte Kaiserin Chinas, die durch ihren Neffen, einem Marionetten-Kaiser, herrschte und die eigentliche Machthaberin war. Sie wollte alles Alte bestehen lassen und die Beamten- und Eunuchen-Wirtschaft am Leben erhalten, was in den Untergang der Qing-Dynastie mündete. Alle Reformversuche wurden vereitelt. Dies ist der historische Hintergrund für diesen Streifen, und dieser ist durchaus gut angedeutet.
Nun sollte man meinen, dass unser Regie-Duo hinsichtlich dieses Story-Aufbaus versäumt hätte, den geneigten Eastern-Fan bei Laune zu halten..., doch hier gelingt Chang und Pao ein genialer Schachzug.
Sie betten in die Haupthandlung eine Nebenhandlung ein, und zwar so raffiniert, dass diese den Aufbau der Haupthandlung nicht stört, und diese Nebenhandlung sorgt für eingestreute KungFu-Action, die alles nebenher auflockert.
Chen Kuan Tai und Lu Ti haben eine alte Rechnung offen, und ihre Kämpfe (hier sticht eine längere Kampf-Sequenz im Freudenhaus heraus) sind in den Streifen geschickt eingewoben.
Zum Ende hin verweben unsere Regisseure beide Stränge, im dem Lu Ti mit den manchurischen Schergen kollaboriert und es zum Show-Down mit Chen Kuan Tai kommt.
Die übrigen Darsteller agieren äußerst solide, und Chiang Nan ist als korrupt-schleimiger Typus passend besetzt. Dass die weiblichen Rollen mal wieder einförmig sind, nun, das ist typisch für einen Eastern Chang Cheh´s, doch sei mir erlaubt, zu sagen, dass die beiden Damen was für´s -männliche- Auge sind...
Lily Li und Betty Pei...., 2 attraktive Actricen Shaw´s... klarer Fall.
Die Fights in diesem Film werden, je länger der Streifen andauert immer besser und vor allem blutiger und brutaler. Als es zur Hinrichtungsstätte ging und es zum gnadenlosen Gefecht zwischen CKT, seinen Schülern und den Manchu-Schergen kommt, wird es erstmals so richtig heftig.
Der Fight zwischen Chen Kuan Tai und Chiang Nan..., eigentlich kein Kampf, eher eine Misshandlung. Das steigert sich jedoch im Endkampf zwischen Chen Kuan Tai und Lu Ti.... ein überaus brutal und intensiv geführter KungFu-Fight...., mir gefiel´s!
Der Eastern "The iron bodyguard"..., mir gefiel dieser Streifen. Über den kleinen Mangel eines gemächlichen Aufbaus sah ich leicht hinweg, zumal das Regie-Duo dies mit dem o.g. Schachzug beheben konnte.
Ich gebe hier ausgezeichnete 9/10 Punkte!