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Sivudu wächst in einem von hohen Wasserfällen umgebenen Tal auf. Als er eine Maske einer Frau findet, will er diese finden. Gesegnet mit der Kraft von Shiva erklimmt er den Wasserfall, verliebt sich und wird als Bāhubali erkannt, dem Bruder und Gegner des verhassten Königs von Mahishmati.


Bāhubali: The Beginning gilt als einer der erfolgreichsten Filme Indiens, auch international, und er war auch einer der teuersten Filme Indiens, obwohl das Budget von 1,8 Mrd. Rupien (ca. 17 Mio. Euro) vergleichsweise arg bescheiden erscheint. Das Sequel hat Teil 1 dann noch übertrumpft.
Und was aus dem Budget gemacht wurde, fand ich durchaus beeindruckend. Der Film ist zurecht so erfolgreich, denn die dargebotenen Bildkompositionen sind einfach geil. Das Ding ist von vorn bis hinten durchgestylt und macht damit auch alles richtig. Okay, fast alles.

Die Story ist an mancher Stelle leicht verworren, denn Sivudu und Bāhubali waren für mich eins, hatten dann aber plötzlich drei oder vier Mütter. ???? Wikipeter hat da dann ausgeholfen. Auch war mir nicht bewusst, dass das quasi eine Art indischer Herkules-Film ist (übertrieben gesagt), denn die Jungs haben teilweise übermenschliche Stärke und wissen die gegen gewalige Goldstatuen, Elefanten und ganze Armeen einzusetzen.
Die Action ist dann auch überbordend heldenhaft und wuchtig. Körper fliegen in der Gegend herum, werden als Knüppel benutzt oder auch mal als Schutzwall. Und die finale Schlacht kommt mit einigen coolen, wenngleich unsinnigen Ideen daher. Aber das ist ja auch Fantasy.

Die Darstellenden machen ihre Sache durchweg gut. Die bösen Wichte sind grimmig und reich, die guten Leute sind schön und arm und Nebenfiguren cool und versklavt. So grob.
Ist auch auch egal, denn der größte Pluspunkt des Films ist eh die Optik. Zeitlupen, Zooms, fliegende Haare, Songs in eigenartigen Momenten, tolle Tanzchoreographien, Sommerwiesen umgeben von Schnee, gewaltige Schlachten, wunderschöne Landschaften und Städte, all das wird zu einem opulenten Bilderreigen zusammen gefügt und von einem fast schon epischen Soundtrack getragen.

Das ist großes Kino für's Auge. Das ist mitreißend und macht durchweg Spaß. Dass die Story nicht ganz deutlich rüberkommt, mancher visuelle Effekt (Flucht per Schlitten vor Lawine) nicht perfekt aussieht, stört dabei gar nicht. Und die demFilm innewohnende indische Logik oder besser Unlogik muss man einfach akzeptieren, das darf man nicht hinterfragen, nicht darüber nachdenken. Dann hat man mit Bāhubali ganz viel Freude.


Ein Fest für's Auge. Tolle indische Historien-Fantasy. Großes Kino.
(Gesehen in der internationalen Fassung mit 138 Minuten.)

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