Die ersten Minuten sind nicht übel: Eine mit Animationen angereicherte Szenerie umschreibt das Verhältnis einer bösen Hexe zu einem Gnom über die Jahrhunderte. Die überaus markante Stimme von Santiago Ziesmer erzählt ein paar Takte dazu und die musikalische Untermalung klingt beinahe märchenhaft verspielt. Auf dem Niveau hätte es ein ordentlicher Streifen werden können, doch außer dem gelungenen Make-up des Titelgebenden ist nicht viel positives auszumachen.
Studentin und Außenseiterin Zoe beobachtet, wie eine ältere Obdachlose angefahren wird und kurz darauf in ihren Armen stirbt. Von da an sterben alle Leute, die es nicht so gut mit Zoe meinen auf geheimnisvolle Weise. Ein Gnom beschützt die junge Dame und nimmt rachsüchtige Gedanken grundlegend wörtlich...
Ziesmer übernimmt auch die Synchro des bösartigen Kobolds, der die Mischung aus grimmigen Kommentaren und zynischen Bemerkungen gut rüberbringt, obgleich einige plumpe Parts dabei sind. Auch der Rest der deutschen Stimmen ist gut, was auf die Mimen nur sehr bedingt zutrifft. Besonders die jüngeren performen teils auf Anfängerniveau, der Gastauftritt von Bill Oberst Jr. ist kaum der Rede wert, doch immerhin scheint Verne Troyer als giftiger Gnom viel Spaß am Grimassenschneiden zu haben.
Die Geschichte ähnelt natürlich "Leprechaun" und ein wenig "Wishmaster" und gestaltet sich im Verlauf in jeder Hinsicht vorhersehbar. Sobald Zoe einem Unhold begegnet oder von fiesen Mitschülern unsanfte Sprüche erntet, ein korrupter Cop einfach dicht macht oder der Stiefvater erneut dubiose Andeutungen macht, sind die Konsequenzen absehbar.
Jene fallen einigermaßen blutig aus. Abgetrennte Köpfe, blutige Einschüsse, Messerhiebe, ein zugenähter Mund, ein Kniebruch und ein Autoschlüssel im Auge sind handgemacht und sehen für das vergleichsweise geringe Budget ordentlich aus. Gleiches gilt für das aufwendige Make-up des kleinwüchsigen Spielverderbers, dessen Zähne der Alptraum eines jeden Zahnarztes sein dürften.
Das Erzähltempo ist passabel, nur will sich bei alledem kaum Spannung einstellen, da es folgerichtig keinerlei Überraschungen gibt und selbst gegen Finale alles in absehbaren Bahnen verläuft. Ferner werden humorige Einschübe zu selten gebracht, stattdessen wird ab und an ein wenig nackte Weiblichkeit gezeigt, was zumindest ästhetisch gefilmt ist und silikonfrei vonstatten geht.
Die allgemeine Vorhersehbarkeit der Story bricht dem Treiben ein wenig das Genick, denn selbst die Reihenfolge des Dahinsiechens steht jeweils genau fest. Ein paar blutige Einlagen, etwas nackte Haut und ein relativ fieser Gnom liefern letztlich ein wenig Trash für Genrefreunde, viel Markantes bleibt allerdings nicht hängen.
5,5 von 10