Review

Inhalt:

Japan im Jahre 1752. Der Herrscher Japans, der Shogun der Tokugawa, will, um seine Herrschaft zu sichern, Japan in die völlige Isolation führen, alle Häfen sind geschlossen. Holländische Händler, die bislang nur über die künstlich angelegte Insel Dejima mit den Japanern Handel treiben können, wollen aber die Öffnung internationaler Häfen erzwingen. Eines ihrer Schiffe ankert vor der Küste, ist vollbeladen mit Gewehren. Als der Shogun ablehnt, segelt das holländische Schiff in Richtung Satsuma, um den dortigen Daimyos (Fürsten) die Gewehre zu verkaufen. Sollte dieses Szenario Realität werden, droht dem japanischen Inselreich ein weiterer, blutiger Bürgerkrieg. Dies soll um jeden Preis verhindert werden. Der Tokugawa-Shogun beauftragt einen seiner engsten Vertrauten, den Ronin Ling Fung (Tomisaburo Wakayama), mit einer Mission nach Satsuma, den Krieg abzuwenden und das nicht in die Hände der Satsuma-Daimyos gelangen zu lassen. Der Mann auf der Gegenseite, der wie LIng Fung den Krieg abwenden will, und eine Verständigung anstrebt, ist der der edle Samurai Ijyuing. Auf dieser hochgefährlichen Mission stehen Ling Fung sein trotteliger Gehilfe Tokuro und die Geisha Kagero (Yumiko Nogawa), eine exzellente Karate-Kämpferin, zur Seite. Nach einigen Scharmützeln und mit Hilfe der schönen Akane und dem undurchsichtigen Yodoji, einem Tokugawa-Spion, gelangen die 3 in das Satsuma-Gebiet. Der Daimyo Nakaido Okayama und seine Schergen, unter ihnen der blutrünstige Otosan, sind ihre gefährlichen Gegner. Kagero gerät in die Gewalt der Satsuma-Männer und wird grausam gefoltert. Nur mit Hilfe eines Mittels, das scheintot macht, welches ihr vor der Mission von Ling Fung ausgehändigt wurde, überlebt Kagero, und sie wird von Ling Fung geborgen. Ling Fung sucht den Kontakt mit Ijyuing. Beide Männer sind sich darüber einig, dass der Friede unbedingt gewahrt bleiben muss. Ling Fung täuscht Nakaido und Otosan: In der Sänftee Ijyuings befindet sich nicht der edle Samurai, sondern Ling Fung, der seine Widersacher brutal tötet. Wieder im Quartier Ijyuings erwartet Ling Fung jedoch eine böse Überraschung. Er wird überwältigt und gefangen gesetzt. Der oberste Landesherr Satsuma´s hat beschlossen, die Tokugawas zu vernichten. Ijyuing ist ein Samurai und als dieser absolut loyal zu seinem Herrn. Ijyuing begibt sich mit seinem Gefolge zum Schiff der Holländer, die Waffen zu inspizieren. Ling Fung ist als sein Gefangener dabei. Auf ihrem Weg, versucht Akane Ling Fung zu befreien. Im Chaos dieser Aktion tötet Ling Fung die Wachen Ijyuings und es kommt zum Duell der beiden. Doch Ijyuing..., er stirbt während dieses Kampfes..., verblutend. Er hat Seppuko begangen, da er seinem Herrn letztendlich nicht folgen kann. Ling Fung begibt sich an seiner Stelle auf das holländische Schiff. Außerdem befindet sich Kagero, die sich ohne Lings Wissen als Kabuki-Darstellerin getarnt an Bord begeben hat, auf dem Schiff. Kann es den beiden gelingen, das Schiff zu zerstören, und damit den Frieden zu erhalten......?

Fazit:

Der Streifen "Ling Fung - Das glorreiche Schwert" ist ein einfach gestrickter, aber guter und durchaus unterhaltender Chanbara vom Fließband der Actionfilm-Schmiede "Toei Production" in Tokyo. Mit großen, aufwändigen Produktionen ala "Okami" oder ala Akira Kurosawa kann dieser Film natürlich nicht mithalten. Regisseur Ozawa wollte hier einen rein unterhaltenden Samurai-Streifen kreieren, den Zuschauer sollte nichts geistig überbelasten, und mit großartigen Kulissen oder gar Massen-Szenen aus Kurosawa´s Schlachten-Gemälden ala "Ran" konnte und wollte Ozawa ebenfalls erst gar nicht aufwarten. So ist denn die Story simpel, die Frauen schön und die Schwert-Action blutig. Tomisaburo Wakayama, der als Ogami Itto in den Schwert-Dramen der Okami-Reihe Chanbara-Geschichte schrieb (siehe meine Reviews auf dieser website), er spielt solide und in den Action-Szenen flink, obwohl nicht austrainiert wirkend. Die Darstellerin der Akane ist hinreißend schön, die mir namentlich leider nicht bekannte Actrice agierte auch schon in der Okami-Reihe mit, so wie einige der anderen Darsteller, viele Gesichter die man als Chanbara-Fan schon gesehen hat. Die andere Darstellerin, Yumiko Nogawa, sie steht Wakayama zur Seite, und sorgt für die Splatter-Momente. Sie wird von ihren Gegnern gefoltert. Eine brennende Fackel wird ihr an die Vagina gehalten..., eine Szene die nicht jedermanns Sache sein dürfte..., meine auch nicht. Doch sieht man drüber hinweg. Die Action ist typisch für so einen Film, die Protagonisten wirken mitunter überhastet, die Action grob, doch sind die "!vs.10"-Fights Wakayamas hier der Rausreißer und sind sehr gut choreographiert. Und es fließt reichlich Blut aus Wunden und Mündern...! Die Storyline, sie ist einfach, doch gelingt es Regisseur Ozawa hier Spannung aufzubauen. Die Story enthält Wendungen und die Feindbilder sind nicht immer so, wie es zunächst den Anschein hat. So verfolgt man gebannt die weiteren Entwicklungen und den Weg Wakayamas zu seinem Ziel. Manches in der Machart des Streifens ist im Stile eines Italowestern gehalten, Gewehre und Revolver kommen zum Einsatz, und beim Duell zwischen Ling Fung und Ijyuing ist auch die Kamera-Führung ala Leone (Augenpartien und Gesichter, die die ganze Leinwand ausfüllen). Die Tricks sind, und das überrascht bei einer kostengünstig gehaltenen japanischen Produktion nicht, billig-putzig. Das Finale auf dem Schiff, an Bord alles sehr auffällige Studio-Aufnahmen. Das Schiff von außen aufgenommen, ein Modell in der Badewann. Aber wer will anderes erwarten? Der Film "Ling Fun - Das glorreiche Schwert" ist ein solider Chanbara, einfach, unterhaltend, gut, und natürlich keine hohe Kunst. Der Streifen ist was für die Freunde des Genres, für Freunde des einfacher gehaltenen Jidai Geki, des japanischen Historienfilms, auch wenn die sich den Film für den Sonnabend-Nachmittag aufheben sollten. Es reicht für knappe 6/10 Punkte. 

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