Review

Man könnte eine ellenlange Liste von Filmen aufzählen, in denen Fahrer auf einem Highway von Unbekannten, zumeist Gesichtslosen gejagt werden. Einer der ersten war zugleich ein kleiner Durchbruch für Steven Spielberg, der 1971 mit wenig Kohle „Duell“ inszenierte.
Regisseur und Co-Autor Michael Bafaro kopierte gar einige Szenen von diesem Vorbild, welches ihm spannungstechnisch meilenweit voraus ist.

Die Freundinnen Emily (Anna Hutchison) und Leslie (Andrea Whitburn) befinden sich mit ihrem Mustang irgendwo im kargen Wüstengebiet, als ein Abschleppwagen kleine Psycho-Spielchen anzettelt. Beim Zwischenstopp in einem Diner wähnen sie den Fahrer ausfindig gemacht zu haben, doch der dreht nun erst richtig auf…

Die Einführung der beiden Freundinnen macht bereits klar, wer das Katz-und-Maus-Spiel wahrscheinlich überstehen dürfte und wer eventuell nicht, denn Leslie trinkt Bier, raucht und wettert ungehemmt, während Emily konzentriert und defensiv ausgerichtet fährt, Alkohol ablehnt und sich zunächst noch nicht von den Manövern des Fremden aus der Ruhe bringen lässt. Den gegnerischen Fahrer sieht man zu keiner Zeit, aufgrund des unchristlichen Inventars im Cockpit könnte man auf einen Satanisten oder Luzifer auf vier Rädern schließen.

Derweil spendiert uns die Kamera einige gelungene Vogelperspektiven, die teils malerischen Landschaften kommen gut zur Geltung, nur war das Budget augenscheinlich zu gering, weshalb sich im Verlauf einige Straßenverläufe wiederholen, was nicht unbedingt der Glaubwürdigkeit dienlich ist. Was ebenfalls recht früh ins Auge sticht: Kann ein Mustang neueren Baujahres einen durchschnittlichen Abschleppwagen nicht binnen weniger Minuten komplett abschütteln oder prangert Bafaro insgeheim die Fahrkünste von Blondinen an?

Leider entwickelt sich die Hatz auf Dauer ein wenig eindimensional, denn Überholmanöver auf beiden Seiten bilden für einige Zeit nur kurzfristige Spannungsmomente. Dann wird mal wieder angehalten, sich versteckt oder gewendet, doch bis irgendwann eine weitere Instanz ins Geschehen eingreift, ist bereits das letzte Drittel angebrochen.
Für den Showdown geht es zwar sprichwörtlich nah an den Abgrund, doch der darauf folgende Effekt ist weit von einem Stunt entfernt, zumal Details aus dem Rechner überdeutlich als solche zu erkennen sind.

Obgleich einige Szenen schneller abgespult werden, um einen gewissen Drive zu erzielen, befindet sich der Film insgesamt nicht auf der Überholspur. Das Drehbuch bleibt uninspiriert, der Score offenbar im defekten Autoradio hängen, nur darstellerisch kann sich Anna Hutchison positiv hervorheben.
Zwangsläufig ist viel Bewegung im Spiel, spannende Einlagen bleiben dennoch eher auf der Strecke…
Knapp
5 von 10

Details
Ähnliche Filme