Review

Im Jahre 2005 schuf Sam Mendes (Spectre, American Beauty) mit "Jarhead - Willkommen im Dreck" einen Anti-Kriegsfilm, welcher damals durch den wenigen Pathos und die starken darstellerischen Leistungen von Jake Gyllenhaal und Peter Sarsgaard zurecht auffiel. Hier ging es noch darum, das ganze Theater im fernen Osten wirklich zu verstehen. Auch der Zusammenhalt der Soldaten und deren Ausbildung stand im Vordergrund, daß ein kleines bißchen an Kubrick's "Full Metal Jacket" erinnerte, außer natürlich was die Härte angeht und die brutale Optik.

Das im Laufe der Jahre ein gelungener, gar erfolgreicher Film Sequels nach sich zieht, ist heutzutage leider Gang und Gäbe. 2014 schob C-Film Regisseur Don Michael Paul (Halb Tot, Tremors 5) einen zweiten Teil nach, der mit Cole Hauser in der Hauptrolle zumindest noch als ansehnlicher B-Actioner mit Kriegshintergrund durch zu winken war. Doch hier nun, alter Schwede....

"Jarhead 3 - Die Belagerung" hat mit dem Ausgangsfilm soviel gemeinsam, wie eine Instant-Asia-Suppe Entenfleisch gesehen hat. Nämlich nur den Namen.
Wie man hier Scott Adkins (Ninja, Undisputed 3) dafür verpflichten konnte ist mir Schleierhaft. Ich mag Adkins, nicht unbedingt aufgrund seines schauspielerischen Talents, sondern weil er ein gnadenlos guter Fighter ist. Ich hab nicht wirklich damit gerechnet, das er Yuri-Boyka-Like hier die ISIS platt macht, aber zumindest lies mich der Name schonmal frohlocken. Der Rest des Castes, außer vielleicht Dennis Haysbert (Heat) ist mir gänzlich unbekannt gewesen. Macht auch überhaupt nichts aus, denn der Film ist genauso wie der gesammelte Haufen, der sich Schauspieler schimpfen lässt. Das aller schlimmste kommt aber jetzt...

Welcher Volltrottel hat sich diese Geschichte ausgedacht, und vorallem, sich erdreistet solch einen Schmarrn an Dialogen zu kreieren?
Wir befinden uns in einer amerikanischen Botschaft. In welchem Land, keine Ahnung - wird nicht gesagt. Ich geh mal stark von Syrien oder Afghanistan aus. Jedenfalls ist man gelangweilt, denn man ist ja nur ein "Botschafts-Marine". Die Jungs sind nicht von der hellsten Truppe und demnach kriegen sie vom gemeinen Geschehen auf der Straße nur die bewegten Bilder aus der Glotze mit. Dahin wird nun der Jung-Marine Evan Albright (Charlie Weber) geschickt. Gunnery Sergeant Hartm... äh.. Raines (Scott Adkins) hat nicht wirklich Verwendung für einen Frischling der Bock auf Geballer hat. Somit wird er gleich geimpft, was aber gar nichts einbringt, denn in der ersten Geiselnahmen-Simulation verkackt der Bengel die Nummer auf ganzer Linie. Somit ist er gleich unten durch im Arsenal von Luftpumpen.
Auf einmal blinzelt vor der Botschaft ein böser Araber in seine Richtung und schon ist klar, die ISIS ist am Start! Albright heult alle voll, doch keiner glaubt ihm. Fataler Fehler, die Jungs sind nämlich wirklich im Anrücken und wollen den Botschafts-Marines an den Ledernacken.

Was nun passiert ist der blanke Hohn für jeden Soldaten auf der Welt, der sich den Arsch aufreißt um die Erde vor dem Terror zu schützen. Völlig degenerierte Aktionen starten die bestens ausgebildeten Jungs, angeführt von Elite-Spakko Albright. Gunny Raines hats nach gut 45 Minuten erwischt, und dass, obwohl er der einzige ist der weiß, wie man mit ner Waffe umgeht und mit einer Kugel auch das Ziel treffen kann.
Da sind die Bengels also auf sich gestellt, und der Botschafter ernennt den Frischling Albright dazu, die Rettungsmission zu leiten, da er ja als erstes gemerkt hat, das es böse wird. 

Ich könnte den ganzen Film erzählen, aber das ist mir einfach zu dämlich. Dämlicher sind nur die pathetischen Äußerungen der Protagonisten. Da gehts mal wieder um die Twin-Towers und sonstiges Gesäusel. Ist ja gut, alle wissens. Alle sind böse, nur ihr nicht. Die ISIS-Kämpfer, wenn sie denn überhaupt welche darstellen sollen (ich meine während des FIlms diese Bezeichnung aufgeschnappt zu haben), sind alle bitterböse Motherfucker. Bestens aufs fieseste geschminkt, sodass man auch immer so guckt, alsdass man kleine Kinder zum Frühstück verspeist und Hundebabys als Walfang-Köder benutzt. Wie ätzend. Null Charisma, null Mitfiebern und Mitleid hat man sowieso nicht.

Fazit:

Ein derart bescheuerter Direct-to-DVD Kriegsfilm der mit dem Titel versucht Leute zu verarschen. Unfassbar schlecht gespielt, noch dämlicher vertont und geschrieben sowie mit dummen Botschaften wartet dieser von William Kaufman hingerotzte Blödsinn mit Frechheiten auf, die seines Gleichen suchen. Sollte er den bereits geplanten 4ten Teil ebenfalls zu verantworten haben, hätte ich einen Titelvorschlag: "Jarhead 4 - Köpfe werden Rollen..." - Das würde dem ganzen die Krone aufsetzen.

1/10

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