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Ein übereifriger Marine wird aus der Grundausbildung direkt in ein nahöstliches Land versetzt, wo er bei der Wachmannschaft der US-Botschaft helfen soll. Schon nach kurzer Zeit geschieht das Undenkbare: Eine Gruppe brutaler Terroristen attackiert die Botschaft, tötet einen Großteil der Sicherheitsleute und dringt in die Gebäude ein. Bis Verstärkung eintrifft, sind die letzten Marines auf sich allein gestellt. Ein knallharter Kampf entbrennt...

Nach dem plump propagandistischen zweiten Teil hätte man es kaum für möglich gehalten, aber: "Jarhead 3 - Die Belagerung" ist ein gutes Stück besser als der direkte Vorgänger (auch wenn er von der subversiven Schärfe des Originals immer noch weit weg ist). Die hier gezeigte Truppe besteht zwar ebenfalls aus harten Kerlen, allerdings wird hier die Macho-Attitüde nicht annähernd so auf die Spitze getrieben. Dank einiger kleiner Ecken und Kanten und flotter Sprüche können einige der Figuren sogar recht sympathisch werden. Und auch wenn die emotionalen Problemchen der ersten Filmhälfte flach und wenig dramatisch bleiben, verleihen sie den Figuren immerhin genug Profil, dass man ein wenig mit ihnen mitfiebern kann.

Dazu kommt, dass Ausstattung und Kulissen ein weiteres Mal sehr überzeugend und authentisch ausfallen (bis auf einige wenige Kamerafahrten über die Dächer der nahöstlichen Stadt, die klar als computeranimierte Hintergründe zu erkennen sind), die Action eine ganze Weile gut unterhalten kann und die obligatorische harte Frauenrolle diesmal deutlich weniger klischeehaft daher kommt. Die größte Überraschung in diesem Zusammenhang sind aber die Ansätze von durchdachter politischer Stellungnahme: Neben dem harten Marines-Getue und Phrasen über Zusammenhalt und Pflicht für das Land bleibt tatsächlich ein wenig Platz für kritische Bemerkungen über das Selbstverständnis und die Rolle der USA in fremden Ländern. Auch gibt es neben den böse dreinblickenden Terroristen einige positiv konnotierte Figuren nahöstlicher Herkunft, die in ihren Dialogen ein durchaus differenziertes Bild von Weltpolitik, religiösem Fanatismus und Hintergründen für Terrorismus entwerfen dürfen. Im Vergleich zum zweiten Teil ist das geradezu tiefgründig.

Natürlich bleiben diese durchdachten Aspekte eher nebensächlich. Im Mittelpunkt stehen weiterhin schwer bewaffnete amerikanische Helden, die während des endlosen Kampfes ganze Leichenberge entstehen lassen. Und auch sonst hält der Film leider nicht ganz das, was er anfangs noch zu versprechen scheint: Nachdem die eskalierende Action eine ganze Weile durchaus unterhalten kann, werden die ununterbrochenen Feuergefechte in den letzten 30 Minuten doch ziemlich öde; einige Todesszenen geraten mit Zeitlupen und kitschiger Musik arg pathetisch; und nicht nur das Finale gerät dank einiger unglaubwürdiger Details recht banal und weit hergeholt. Von Dennis Haysberts völlig sinnloser Nebenrolle, der den ganzen Film nur damit beschäftigt ist, als Kommandant der Verstärkung im Flugzeug zu sitzen und näher zu kommen, ganz zu schweigen.

Man merkt auch "Jarhead 3 - Die Belagerung" seine kostengünstige Produktion mit Blick für den Videomarkt an. Die Darsteller bleiben wenig überzeugend, die Story ist flach, wenn auch lange Zeit unterhaltsam, und die Action ist okay, aber keinesfalls herausragend. Trotzdem kann er mit nicht ganz unsympathischen Figuren, einer knackigen Inszenierung und einigen kurzen politisch interessanten Gedanken besser überzeugen als der miese zweite Teil. Mit dem Original hat natürlich auch dieser Streifen nicht wirklich etwas gemein.

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