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So, das ist er nun, der "härteste" Rob Zombie- Film, den er je gemacht hat. Laut Zombie´s eigener Aussage! Nun, wer dachte dem sei wirklich so, der ist ein echter Narr. Natürlich ist dies nur ein Marketinggag gewesen, um potentielle Neuseher seiner "Kunst" zu gewinnen. Denn der Rob macht da weiter, wo er immer aufgehört hat: mit einer kleinen Gruppe bekannter und unbekannter B-Schauspieler, seinem verspielten Score, einem ihm eigen gemachten Retro-Wahn (1930er & 1970er Horrorfilme), liefert der Musiker nur solide Hausmannskost als neuen und innovativen Horror ab. Er eiert vielmehr im Kreis umher und langweilt auch zusehens stark. Gerade die ersten fünfzig Minuten (!) sind verschwendete Lebenszeit, die zwischen kranken bis nerdigen Tarantino-Hillbilly-Dialogen und einem Nazi-Killerzwerg hin und her schwenken, wobei man nichts finden kann was an einem irgendwie kritiklos vorbei geht. Da ist Sheri Moon Zombie, die wieder die blonde Krawall-Schlampe vom Dienst gibt, die sie schon immer war. Sie erfindet sich nicht neu, will nur wie ein Kätzchen spielen - für ihren Mann, dem Herrn Regisseur! Dauerbösewicht Malcom McDowell sitzt im barockem Kostüm herum und schaut sich den mörderischen Spaß aus sicherer Entfernung an - er hat als namenhafter Darsteller im ganzen Film sehr wenig zu tun. Der Film ist eine krude Freakshow aus "Hellraiser", "Hostel", "TCM 2" und "Running Man" geworden, die weder richtig spannend noch verstörend ist. Das Blut spritzt zwar meterweit, aber nicht in sonderlich expliziter Art und Weise. Nazisymbole und deutschsprechende Bösewichter gibt es auch, aber ehrlich gesagt: wen interessierts? Selbst die Opferrollen sind eher unempathisch besetzt, sodass es scheissegal ist wer nun wann krepiert. Und: Die überragenden Zeiten für bissige Ironie und wahnwitzige Momente scheinen nun mal wirklich vorbei zu sein, da es filmtechnisch schon ziemlich viel auf diesem Sektor gibt. Da hätte ein fantastisches und interessantes Drehbuch schon Wunder bewirkt. Brüllende Irre und taffe Opfer sind nämlich nicht mehr so ganz originell in unseren Zeiten. Zudem sind Kamera und Schnitt plump, wackelig und oft wirkungslos im Gesamtkonzept. Da fragt man sich schon, ob die Kraft des Zombie von 1000 Leichen entzogen wurde. Der Humor gleicht einer grotesken Idee, die in einem wirren Comicstrip ihren guten Start hinlegt, aber durch schwere Hilflosigkeit in der monoten Uninspiriertheit mittelmäßig endet. Leider. Zombie kann man leicht mit Tarantino vergleichen: Beide wollen sich in und an ihren kosmopolitischen Filmwelten und Vorbildern ergötzen, werden aber mit der Zeit nicht mehr besser, sondern verlieren sich in einer nimmermüden Reputation, die sie meinen für ewig gepachtet zu haben. Also ich mach es kurz: der Film ist zu schwach für den 3 Platz, taugt allemal zum einmaligen Ansehen. Und dann kann man ihn auf den Filmfriedhof lagern. Ich will das nämlich nicht zweimal sehen müßen.

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