Review

Inhalt:

China, gegen Ende der Ming-Dynastie. Das Reich wird an den Nord-Grenzen von den manchurischen Qing bedroht, an den Grenzen herrscht Krieg.
Aus diesem Krieg kehrt der Schwertkämpfer Lu Fang (Wang Yu) zurück.., als er bemerkt, dass in einem verlassen wirkenden Haus eine Frau gefangen gehalten wird, versucht er, diese zu befreien.

Bei der Gefangenen handelt es sich um Wei Wen-Chen (Chin Ping), die Tochter des örtlichen Magistraten Wei Hueire (Lui Ming). 
Dieser Magistrat ist korrupt, skrupellos und brutal..., er presst der Bevölkerung immer mehr Abgaben ab. So sind einmal mehr diese Abgaben erhöht worden.
Der Vorsteher des Ortes, Gao Bao-Shi (Tien Feng), sah keine andere Möglichkeit mehr, als dass er zusammen mit seinem Sohn Gao Ji-Xian (Cliff Lok) und Li Chu-Jen (Ku Feng) diese Tochter des Magistraten entführt..., und zudem eine Petition an den kaiserlichen Minister Yuan (Lee Ying) ergehen soll, die die Ungerechtigkeit und Ausbeutung anprangert.

Lu Fang stellt sich an die Seite der Unterdrückten.

Wei Hueire will seine Tochter befreien lassen, doch scheitert eine erste Mission diesbezüglich an Lu Fang, der ein herausragender Schwertkämpfer ist.
So soll der Sword-Fighter Yan Ziqing (Lo Lieh) zusammen mit Männern die in Kerker-Haft einsitzen, darunter Huang Liang (Cheng Lui), diese Befreiung bewerkstelligen.

Als diese Männer den Unterschlupf erreichen, erkennen sich Huang und Lu Fang..., sie kennen sich aus dem Grenz-Krieg. Huang Liang stellt sich auf Lu´s Seite..., und ein nicht ganz ernsthaft gemeinter Kampf Yan´s gegen Lu Fang endet damit, dass Yan das Feld räumt.
Die Männer des Magistraten haben indes einen perfiden Plan ausgeheckt: Das Mädchen Gao Jing-Yu (Violet Pan), die Tochter von Gao Bao-Shi wird entführt.
Die beiden Damen sollen nunmehr ausgetauscht werden...!

So kommt es fast..., doch diese Aktion eskaliert, als sich Gao Jing-Yu dem Austausch verweigert..., und sie von den Männern des Magistrats getötet wird.
Lu Fang bietet sich Wei Hueire an..., die Strafe für die Entführer seiner Tochter anzunehmen, die auf 100 Peitschenhiebe festgesetzt wird. Danach sei die Angelegenheit abgeschlossen.

Die Strafe wird vollzogen, doch spielt Wei Hueire falsch: Der Tod von Gao Bao-Shi und den anderen ist beschlossene Sache und Lu Fang wird nachdem er ausgepeitscht wurde im Kerker festgehalten.
Huang Liang setzt alles daran, Lu Fang zu befreien, und erhält von unerwarteter Seite Hilfe.

Und auch Yan Ziqing..., wechselt die Fronten, stellt sich auf Lu Fang´s Seite.
Lu Fang, Yan Ziqing und Huang Liang..., sie sind das Trio, dass dem skrupellosen Magistraten Wei Hueire endlich das Handwerk legen will.
Als Minister Yuan in der Stadt eintrifft, kommt es zum Show-Down.....!


Fazit:

Bereits im Jahre 1966 schuf Meister-Regisseur Chang Cheh diesen überraschend starken, kernigen Swordplay-Eastern mit Mega-Star Wang Yu in der Hauptrolle, für die Studios der Shaw Brothers.

In den gepflegten Studio-Sets der Shaw Brothers, aber auch gut gewählten Outdoor-Locations, in einer gelungenen fotographierten Abenteuer-Atmosphäre und angeregt durch den Chanbara-Streifen "Die 7 Samurai" und dessem Western-Pendant "Die glorreichen Sieben", erzählt Chang Cheh eine einfache Storyline, sehr stringent, strikt und flüssig. 

Eine sehr dichte Inszenierung, in einer sehr dichten Atmosphäre..., und Chang Cheh setzt den Focus hier mehr auf die Erzählung, auf die intensiv inszenierte Story, und weniger auf die Action, obwohl diese für das Baujahr erstaunlich stark, ja herausragend, ist.

3 Männer, sie finden zusammen..., nachdem 2 von ihnen zunächst gegen einen gestellt werden.
Dann bündeln sie ihre Kräfte gegen einen so korrupten wie skrupellosen Villain, der sich feige hinter seine Schergen stellt. Dies wird intensiv und flüssig erzählt, ein dichter Handlungsbogen..., und die Tempo-Wechsel sind von Chang Cheh geschickt gesetzt.

Geht der Streifen zunächst ein fast mörderisches Tempo, drosselt Chang Cheh dieses gekonnt, dabei auf die Damen-Riege seines Ensembles setzend. 
Die Frauen bringen auch die melancholisch-tragischen Momente mit ein..., jeder der Helden hat seine kleine Liason, doch bleibt das -typisch Chang Cheh- immer an der Oberfläche. 
Doch für die Tempo-Wechsel reicht dies..., und diese tun diesem Eastern gut, damit der Betrachter auch mal ´durchschnaufen´ kann.

So ist denn die Story dicht-intensiv und spannend erzählt, die Darsteller machen ihre Sache gut.
Allen voran der stoisch-ehrenhafte Held, Wang Yu, der hier die Dinge zusammenhält. Chang Cheh, der später noch das Thema "Männerfreundschaft, Männerbünde bis in den Tod" mit seinen Bloodshed-Eastern exzessiv ausreizte, er deutet dies bereits hier, ein Jahr vor "The one-armed swordsman" ("Das goldene Schwert des Königstigers", siehe mein Review auf dieser website) -ebenfalls mit Wang Yu- mehr als an.

An der Seite Wang Yu´s: Cheng Lui, der seine Sache tapfer macht, wenn auch mehr im Hintergrund..., und Lo Lieh, der eine eher zwielichtige Figur darstellt..., die sich erst spät auf Seiten der Guten einfindet.
Die Damen sorgen für die tragisch-melancholischen Momente, die für die dramatische Storyline nicht unwichtig sind: Chin Ping, die entführte Tochter, die die anfängliche Motivation für die Handlungen ist..., Margaret Tu Chuan in einer Nebenrolle und die aparten Fanny Fan und Violet Pan, sie runden das Damen-Ensemble ab.
Viele bekannte Gesichter sind für die Eastern-Fans zu entdecken: Tien Feng, Ku Feng, Cliff Lok, Lee Wan-Chung, Chen Hung-Lieh und Wu Ma.

Der Streifen besticht durch die dichte Inszenierung seiner spannenden Story, da gerät die Swordplay-Action fast in den Hintergrund.
Aber es sind geile Fights..., also ich muss sagen, für 1966, alle Achtung!
Das sind mit die besten, wohl wirklich die besten Fights, die ich in einem 60er-Eastern je sah. 
Dynamische, rasante, kernige Schwertkämpfe..., die mal wieder Tang Chia und Lau Kar Leung, die beiden klasse Fight-Choreographen der Shaw Brothers, da auf die Leinwand brachten.

Mir gefiel dieser Swordplay-Eastern..., für das frühe Baujahr, noch bevor mit "The one-armed swordsman" das Genre so richtig begann, war das ziemlich stark.

8/10. 

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