Inhalt:
Lord In (Ching Miu), seines Zeichens Befehlshaber einer Truppe die Geldtransporte überwacht, hat alle seine KungFu-Fähigkeiten verloren. Um weiter zu arbeiten, engagiert er den jungen Kämpfer Siang (Ti Lung) und dessen Freundin, die bildschöne Piau Piau (Li Ching).
Es gilt, einem Gold-Schatz sicheres Geleit zu geben. Auf diesen hat es die Bande der fliegenden Tiger unter Leitung von Jiau Hong (Ku Feng) abgesehen.
Außerdem ist da noch der herumstreunende Lo Yi (David Chiang), zu dem sich Yun Piau Piau hingezogen fühlt, doch bei Siang Misstrauen weckt, hält dieser doch Lo gar für einen Spion der fliegenden Tiger!
Letztendlich bündeln sie ihre Kräfte... und es kommt zum Show-Down gegen Jiau Hong und seine Leute in und an einer 7-stöckigen Pagode......
Fazit:
Okay..., dieser Film hält keinen Vergleich mit späteren Werken des "Iron triangle" Chang Cheh/David Chiang/Ti Lung aus. Es ist wohl dem frühen Baujahr und der noch fehlenden Eingespieltheit des Trios zu "verdanken", dass es hier noch nicht richtig zünden wollte. 1969, machen wir uns nichts vor, da steckte das Genre noch im Strampel-Anzug.
Doch wäre es ungerecht, "Have sword, will travel" eine schlechte Note zu erteilen. Der Film kommt zwar schwer in Gang, der Plot erweist sich knappe 90 Minuten lang als eher schwerfällig und zähflüssig, dennoch kann der Film durch gute darstellerische Leistungen und einem für damalige Verhältnisse rasanten Show-Down letztendlich noch gefallen.
Zum Schluss kommt Drive in die Sache, Ti Lung, David Chiang und überraschender Weise auch Li Ching brennen hier ein kleines Action-Feuerwerk ab. Die Kämpfe an der Pagode, sie sind sehr gut choreographiert, und bringen endlich Schwung in die Sache, das Tempo zieht jetzt deutlich an.
In der Pagode selbst, wo sich ganz zum Schluss Ti Lung, David Chiang und Ku Feng -vermeintlich alleine- gegenüberstehen..., hier nimmt Chang Cheh das Tempo wieder raus, aber die Spannung steigt, denn hier fiebert man mit: Wo, aus welcher Ecke der verwinkelten Pagode preschen die Schergen des villain diesmal hervor? Welchen Überraschungen müssen sich David und Ti Lung jetzt stellen?
Ganz zum Schluss erhält der Kampf gegen Ku Feng wieder mehr Drive, starke Szenen an der Balustrade der Pagode, vor allem David überzeugt hier, fliegt durch die Luft, und es gibt wieder mal heroic bloodshed. Ku Feng, er entgeht dem Schicksal nicht, und das Blut läuft schön eklig aus dem Munde...
Des weiteren sind hier die Schauplätze, ob im Studio oder Freiluft, wieder gut gewählt. Die Filme der Shaw Brothers überzeugen ja fast immer durch die Ausstattung, das berühmte Shaw-Interieur.
Was noch auffällt ist, dass Chang Cheh ganz offensichtlich Anleihen aus anderen Genres tätigte, viel Schwertkampf wie im Chanbara, und einige erinnert stark an Italo-Western-Elemente, vor allem die Musik, die teilweise daraus geklaut gewesen sein dürfte.
Wang Chung ist hier außerdem in einer seiner allerersten Rollen zu erleben...
Wenn man die späteren Werke der 3 kennt, kann man hier in Ansätzen erkennen, was Chang Cheh später zu wahrer Meisterschaft führte: Heroic bloodshed, Männerfreundschaften die durch Frauen eher nur gestört werden, und kaum einer zelebrierte das Sterben auf der Leinwand so intensiv wie Chang Cheh.
"Have sword, will travel", sicher kein Meilenstein des Eastern, dennoch ein Film, der trotz Mankos im Plot ob seines Show-Downs und seiner Darsteller sehenswert ist.