Mit dem Remake von "Poltergeist" wurde mal wieder eine Welle losgetreten, wobei vorliegender Streifen bereits zwei Jahre vor dem Remake fertig gestellt wurde.
Mit einer Laufzeit von 103 Minuten ist das Werk viel zu lang ausgefallen, doch auch 90 Minuten wären für den vagen Inhalt noch zu viel gewesen.
Als Paige von einer Party im Bowley Wald zurückkehrt, scheint alles um sie herum verändert.
Nachts erscheinen ihr geisterhafte Gestalten, jemand stellt unerkannt Blumen vor ihre Haustür und auch ihre Freunde nehmen Veränderungen wahr. Paige und ihre Bekannten müssen zurück in den Wald, um die Wurzel des Bösen auszulöschen...
Nach einem okayen Einstieg im Wald und einem angedeuteten Mord geht es zur Figureneinführung, welche nach wenigen Szenen beendet hätte sein müssen. Stattdessen wird für Paige ein völlig unnötiges Love Interest, ein Kollege ihres Bruders eingebunden, was aufgrund mangelnder Chemie zwischen den beiden eher Langeweile schürt. Zudem gibt es Familienalltag, einige Momente des Zeichnens und lange Zeit nichts, was auch nur ansatzweise übernatürlich erscheint.
Nach recht langer Wartezeit tauchen endlich ein paar dämonische Gestalten in einem Auto oder einer Zimmerecke auf, was inszenatorisch eher plump daherkommt und deutlich nach Computer aussieht. Weitere Gruseleinlagen sucht man indes vergebens, bis ein Geist gegen Ende etwas häufiger aufkreuzt. Dazwischen mal unerklärliches Geschmier auf einem Spiegel oder verzerrte Stimmen, jedoch nichts, was auch nur in Ansätzen Gänsehaut schürt.
Derweil geben die Locations wenig her. Der titelgebende Wald sieht eher nach freundlicher Lichtung mit gesunden Bäumen aus, Innenräume sind völlig austauschbar, lediglich einige Szenen bei Nacht lassen ein wenig Atmosphäre aufkommen.
Inhaltlich geht es einmal mehr um die Frage nach dem guten oder bösen Geist, eine Mordreihe in der Vergangenheit und ganz tollen Erkenntnissen eines erlesenen Wissenschaftlers: "Geister tun Geisterdinge".
Allzu engagiert gehen die Mimen nicht zu Werke, unpassende Mimik, merkwürdige Körperhaltungen und seltsame Ausdrucksformen inklusive. Der Score mäandert genauso wie der Inhalt vor sich hin, während eine Reihe komplett unnützer Szenen die Geduld strapazieren.
Selbst die Kamera scheint sich zu langweilen und schwankt zuweilen unruhig hin und her.
Der minimale Twist gegen Ende ist vielleicht nicht unbedingt abzusehen, doch allzu kreativ fällt er nicht aus. Spannung und Gruselstimmung halten sich deutlich in Grenzen, die wenigen Effekte fallen unterdurchschnittlich aus und mit einem Poltergeist haben wir es unterm Strich auch nicht zu tun.
Ein sehr schlichtes Machwerk, welches zuviel Zeit für sich beansprucht und eher für einen Kurzfilm getaugt hätte.
3 von 10