Review

Kunst und Propaganda - geht nicht!

Ich erinnere mich an ein Interview mit einem Schrifsteller: Kann Literatur die Welt verändern? Ja - aber nur, wenn es schlechte Literatur ist.

Man sieht es z.B. auch am Film "Tagebuch einer Kammerzofe" von Buñuel, wo viele künstlerische Ansätze ständig durch politische Parolen erstickt werden.

Und genauso geht es auch dem Film "Hateful 8". Wieder mal befindet sich Tarantino auf dem politisch correcten Kriegspfad, wieder mal knallt ein "Nigger" (wird im Film so genannt) jede Menge Weiße ab (die es natürlich alle verdient haben). Kennen wir ja schon aus "Django Unchained".

Was die Qualität der Filme angeht, waren solche Exzesse bisher kein größeres Problem. Frauen ermorden Männer, Juden ermorden Deutsche, Schwarze ermorden Weiße - aber bisher nur in satirisch angehauchten Krawall-Filmen (KungFu, Krieg, Western).

Das ist diesmal bei "Hateful 8" anders. Denn dieser Film ist ein 2,5 Stunden langes geschwätziges Kammerspiel. Die einzige Chance für den Film ist künstlerische Qualität. Und diese Chance hat der Regisseur Tarantino grandios vertan.

Um es metaphorisch auszudrücken: Was er minutenlang mit seinen Künstler-Händen aufbaut, stößt er in wenigen Sekunden mit seinem rassistisch correcten Arsch wieder um. Man kann einfach kein Kunstwerk anfertigen, wenn man regelmäßig mit dem Propaganda-Holzhammer dazwischenhaut.

Am Ende bleibt also "ein garstig Film, ein politisch Film" wie Goethe es im Faust so treffend ausgedrückt hat. Und bei der (gewollten) Betulichkeit des Films bleibt nichts, was darüber hinwegtäuschen könnte.

Solange Tarantino nicht darauf verzichtet, seine Filme für Mainstream-Propaganda zu mißbrauchen, werden wir nie herausfinden, ob er ein Künstler ist oder nur ein überschätzter Provokateur.

Aber das ist vielleicht auch besser so.

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