Review

kurz angerissen*

"Kung Fu Panda" bleibt auch in seiner dritten Auflage die visuell vielleicht fantasievollste Serie des amerikanischen Computeranimationsfilms. Schon in der völlig weltentrückten Eröffnungssequenz, die den neuen Gegner einführt, wird der Surrealismus weit über den Naturalismus gestellt. Meditativer Kreationismus lässt da eine Geisterwelt entstehen, in der sich Muster und Formen beinahe zufällig zu Symbolen verschieben. Felsformationen werden in luftleeren Raum geschleudert und zerschellen scheinbar am bloßen Spiel der schillernden Farben. In der Kontaktlosigkeit des Kampfes zwischen Altmeister-Schildkröte Oogway und Herausforderer-Stier Kai wird wieder die ganze Dynamik spürbar, mit der Dreamworks seine Panda-Saga zum Märchenbuch mit klassischer Geschichte, aber modernem Layout umgestaltet. Und: Keine modernen Popsongs mit zwei Jahren Haltbarkeit, die selbst bei hochklassiger Konkurrenz ("Zoomania") eingesetzt wird, sondern traditionelles, zeitloses Liedgut passend zur jenseitigen Atmosphäre der morgenländischen Erzählkultur. Dieses bleibt zwar auch eher oberflächlich und schlicht wie überhaupt die gesamte Darstellung asiatischer Kultur zwischen Yin und Yang, aber letztendlich immerhin wertungs- und kontextfrei.

Dass sich das Drehbuch auf typische Kniffe dritter Teile verlässt und erstmals Stagnation ausströmt, fällt nur aus diesem Grunde kaum ins Gewicht. Po war schon in Teil 2 ausgebildeter Drachenkrieger und sieht sich in seinem dritten Abenteuer keiner wirklich neuen Situation ausgesetzt, auch wenn gewisse Szenen rund um die Führung eines Trainings genau das vermitteln möchten. Doch die Hauptfigur funktioniert immer noch, insbesondere unter Berücksichtigung ihres Umfeldes. Im Minutentakt zünden handverlesene kleine Gags, die zwar oft auch nur auf dem bewährten Niedlichkeitsprinzip oder auf Körperkomik basieren, dabei jedoch weniger generisch wirken als ein Großteil des Restfelds. Pos Meister-Sippe um Tigress, Mantis, Crane, Viper und Monkey nimmt inzwischen einen weniger dominanten Rahmen in der Handlung ein, auch weil – wiederum so ein typischer Joker dritter Teile – inzwischen eine Figur aus Pos Vergangenheit Raum erhalten hat. Doch weiterhin halten sie den Hintergrund mit ihrer schillernden Artenvielfalt am Leben.

"Kung Fu Panda 3" ist sicher längst nicht so subversiv wie das, was die Disney-Studios zeitgleich verließ, dafür aber durchaus beseelter. Selbst ohne gute Geschichte.

*weitere Informationen: siehe Profil

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