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Ein kleiner Kreis schließt sich mal wieder, denn im Debüt von Scott Schirmers „Found – Mein Bruder ist ein Serienkiller“ gibt es einen Film-im-Film. Mit „Headless“ wurde er schließlich von Regisseur Arthur Cullipher auf Spielfilmlänge getrimmt, der wiederum jüngst in Schirmers „Bad Man“ die Hauptrolle übernehmen durfte. Doch irgendwie trägt diese Vetternwirtschaft keine schmackhaften Früchte.

Wir schreiben das Jahr 1978 und folgen einem Serienkiller, der seine zumeist weiblichen Opfer zerstückelt, um sich anschließend an ihnen zu vergehen. Bis ihn seine Vergangenheit einholt…

Dem Titel gemäß verläuft die Handlung in den ersten 25 Minuten eher kopflos ab, denn man wohnt ausschließlich dem namenlosen Psychopathen bei seinen Gräueltaten bei und bekommt weder einen Background, noch sonstige Details über den Schlächter serviert. Auch die Synchro kann sich während dieser Phase komplett ausruhen.

Erst danach erfolgt so etwas wie eine Zuordnung von Zeit und Raum, als es zu den Damen Jess und Betsy geht, die in der Rollschuhbahn eines Schmierlapp arbeiten, wobei Jess massive Beziehungsprobleme mit ihrem Möchtegernrocker hat. Der Sympathiefaktor tendiert gegen Null, ein späteres Mitfiebern funktioniert nur bedingt. Was immerhin zu gleicher Zeit erfolgt, sind einige Rückblenden in die Kindheit des Kranken, welcher als Junge in einem Käfig gehalten und mit allerlei Demütigungen regelrecht überschüttet wurde. Zwar simple Psychologie, doch zumindest ein Ansatz von Background.

Bei den Gewalteinlagen lässt es sich Cullipher nicht nehmen, die volle Bandbreite an Geschmacklosigkeiten abzuliefern. Den handgemachten Effekten muss man allerdings eine grundsolide Qualität attestieren, speziell vier abgetrennte Köpfe sind recht sauber modelliert.
Daneben werden ein halbes Dutzend Augäpfel entnommen, ein Penis abgeschnitten, eine Brust auch, Beine ab Oberschenkel mit einer Machete amputiert, während der Irre mit den abgetrennten Köpfen seiner gestörten Sexualpräferenz nachgeht.

Nahaufnahmen werden diesbezüglich natürlich gerne verwendet, denn mithilfe einiger eingefügter Bildstörungen sollen ordentlich Grindhouse und Exploitation im Vordergrund stehen. Als reiner Retro-Slasher versagt „Headless“ bereits dramaturgisch, was durch den faden, spannungsbefreiten Showdown untermauert wird. Ausstattung, Score und Darstellungen gehen in Ordnung, doch im Endeffekt meuchelt sich nur ein wenig markanter Sadist durch seine weitgehend anonymen Opfer.
4,5 von 10

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