Review

Brainfuck, in der Tat


Entstanden aus dem ungleichmäßig sanfteren (und besseren!) „Found“, ist „Headless“ ein (positiv) verstörender, verachtungswürdiger und oldschooliger Terrorslasher, ein ausgedehntes Fanprojekt wenn man so will, unterstützt durch Crowdfunding. Ein „Film im Film“ sozusagen, über einen maskierten „Totenkopfkiller“ der gerne Frauen enthauptet, ihre Augen isst und deren Schädel fickt. Jup, ziemlich widerlich und auf einem derart hohen Gorelevel, dass dagegen die meisten der „bösen“ Filme von damals wirken wie Kindergeburtstage, ihn sich Schlachtplattenfans ganz oben auf ihre Liste packen sollten und man ihn auch nie allzu lange ernst nehmen kann, da er einfach unfassbar drüber ist und alles zudem ohne allzu offensichtliches Augenzwinkern runterspielt wird. Letzteres lobe ich mir. 

„Headless“ ist roh, rau, rabiat, eigentlich „the real deal“ für Leute mit Neigung zu Filmen mit viel rotem Lebenssaft. Hier werden nahezu alle Tabus pulverisiert. Auch ist das wesentlich „echter“ in seinem Retro-/Grindhouseansatz als etwa „Machete“ und andere größere Kaliber es je waren. Feeling, Look, Score sind wirklich ziemlich ungeschliffen und pfui - mit dem Daumen hoch gemeint. Und dennoch ist es natürlich eine Sache des Geschmacks und der Vorlieben und Schwerpunkte, auf die man besonderes Augenmerk legt, inwieweit man „Headless“ wirklich top bewerten will. Gemessen an dem, was er erreichen will - Hardcore-Gore, Schock, gritty Vibes - durchaus groß, erst recht mit seinen bescheidenen Mitteln im Hinterkopf. Gemessen an üblichen filmischen Kriterien - Schauspiel, Handlung, Spannung - eher Flop. Als Ergänzung und Gimmick zu „Found“ nett, effektiv und völlig anders, als böser Throwback ins Jahr „1978“ ebenfalls annehmbar (obwohl wie gesagt damals ein derart harter, kranker Film niemals erschienen wäre). Und insgesamt zumindest beachtenswert für die härtesten Horrorhunde. Was gibt’s noch zu dem Schmuddelfetzen zu sagen? Die Effekte sind solide, aber wirken oft auch eher gewollt als gekonnt, keiner Figur kommt man wirklich nah (auch nicht dem Killer selbst, obwohl er eine hanebüchene Backstory bekommt) und eine Geschichte bzw. ein erzählerischer Flow kommt nie zu Stande, eher wirkt alles wie zusammengeklebte Einzelkapitel mit nur einem Ziel: schocken, splattern, ekeln, spalten. 

Fazit: ein moderner, kompromissloser, fast transgressiver Sicko im „schäbigsten“ (Amateur-)Retrogewand. Die Kehrseite der „Found“-Medaille. Für Gorehunde Heaven, für den Rest eher Hell. Ziemlich stumpf, platt, widerlich - aber auch irgendwie derart auf den Punkt und raubeinig, dass man das unfassbar saftige, fiese und seinen Zweck erfüllende Ding schon wieder feiern kann, gerade weil man sowas heutzutage nicht mehr allzu oft nahezu humorlos serviert bekommt... 

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