Liebe Daniel Radcliffe- Fans, es ist
vollbracht: "Harry Potter" ist nun ein gestorbener Teil dieses mutigen
Schauspielers. Als Leiche macht er eine recht gute Figur und sein Hang
zum Genrefilm (Die Frau in Schwarz; Horns; Victor Frankenstein) steht
ihm perfekt. Er wird uns wohl in Zukunft mit weiteren Werken dieser
Natur beehren. Und obwohl dieser wirklich surreale Streifen wirklich
einzigartig in der momentanen, alternativen Filmhistorie ist, fehlt ihm
der richtige Biss und die nötige Essenz für einen fesselnd, schrägen
Film. Denn im groben Ansatz (Cast away lässt oftmals grüßen) schaut man
dem unwirklichen Gespann gerne zu, doch es bleiben auch viele Fragen im
Raum stehen, die eben nur in Form übertreibener Augenblicke gelöst
werden, aber nicht erlösen. Es geht in erster Linie um das Thema Liebe,
dann um sterbliche Körper und was man alles damit anstellen kann. Man
kann alles reinstecken, es kommt alles wieder raus. Ja, sehr lustig. Das
Grundgerüst des Plots bietet nämlich keinen Horrorfilm, wie erst
vermutet, sondern eine Mischung aus diversen Genre-Momenten. Da wird man
als Zuschauer gerüttelt und geschüttelt, dass einem schon am Ende der
Kopf weh tut. Was denn nun: instinktives Überleben, eine blasphemische
Romanze, körperflüssiger Splatter, derbe Teen-Comedy oder gar ein
Beziehungsdrama? Der Mixer hat eine Menge zu tun. Es kommt viel Buntes
dabei raus. Auch die Titelmelodie von "Jurassic Park" bekommt eine
passende Hommage. Radcliffes zappelndem Körper und physischen Einsatz in
Ehren: das ist alles ein wenig zu viel für mich. Ein Regisseur hätte es
wohl besser auf den Punkt gebracht.