Nach dem Geisterhorrorfilm " 13 Geister " blieb man gleich in dem Genre und brachte " Ghost Ship " heraus. Auch den Regiesseur behielt man gleich bei und somit durfte Steve Beck gleich ein zweites Mal auf dem Regiestuhl platznehmen. Er hatte sich ja schon in seinem Regiedebut als würdig erwiesen und hatte somit Erfahrungen in dem Genre. Dark Castle Entertainment produzierte auch Ghost Ship. Die Firma besteht aus den Produzenten Joel Silver, Robert Zemeckis, Gilbert Adler und Sam Raimi. Letzterer war diesmal nicht mit von der Partie, produzierte aber später den grottenschlechten " Boogeyman " mit. Damit hatte man auch das nötige Budget um so einen Grusler gut auszustatten. Das Drehbuch schrieb Mark Hanlon, welcher auch beim Screenplay mitwirkte.
Inhalt:
Murphy und seine Crew hat sich auf das Bergen von herrenlosen Schiffen spezialisiert. Eines Abends trifft er einen Fremden in einer Kneipe, welcher behauptet er hätte einen führerlosen Luxusliner gesichtet und Murphy soll in bergen. Er willigt ein und sie fahren los und stoßen bald auf den Liner. Doch an Bord geschehen seltsame Dinge, man sieht Geister und wird zunehmend agressiv gegeneinander. Irgendwann beginnt irgendetwas auch noch die Crew zu dezimieren. Das Bergungsschiff ist mittlerweile auch in die Luft geflogen und man sitzt nun an Bord fest.
Der Story ist einfach und funktioniert nach Schema F und später auch nach dem 10 Negerlein Prinzip. Aber sie ist effektiv umgestetzt worden und bietet doch einige Überraschungen. Vor allem der Anfang bleibt im Gedächtnis, es beginnt alles so friedlich mit einer Feier und dann fährt das Drahtseil durch die Tanzmenge und zweiteilt die Menschen, außer einem kleinen Mädchen überlebt niemand. Und dann wird weggeschwenkt zum heutugen Geschehen, der Rest wird später erklärt. Allein dieser Goreeffekt bleibt im Gedächtnis und ist wirklich hübsch blutig gemacht und vor allem ein toller Schock für den Start.
Dann wird die sympatische Crew eingeführt, natürlich im Schnellverfahren und mit typischen Klischees und auch dem Quotenneger. Man befindet sich recht schnell an Bord des Geisterschiffs und der Grusel kann beginnen. Sie sehen seltsame Dinge, hören Geräusche und bald sind sie an Bord gefangen. Langeweile kommt keine auf, da wirklich andauernd irgendwelche Schocks geboten werden oder einem zumindest ein Schauder über den Rücken läuft. Man muss schon sagen, die unheimlichen Szenen sind gut platziert und abwechslungsreich. Und bald wird die Truppe auch noch dezimiert und das teils auch recht blutig.
Auch die Auflösung ist recht deftig geraten und auch da schlagen die Macher nochmal blutig zu. Man erfährt dort auf bestialische Weise was mit allen Passagieren passiert ist. Das kann man zwar ungefähr so voraussehen, aber es wurde so mitnehmend inszeniert, so dass es richtig hart rüberkommt. Mit dem Goreanteil allgemein kann man zufrieden sein und die FSK 18 Freigabe ist locker gerechtfertigt.
Wer das Massaker überlebt ist eigentlich auch klar und das offene Ende ist auch vorhersehbar. Es gehört einfach zu so einem Film dass man zum Schluss noch einmal geschockt wird, was hier auch eintritt. Natürlich wird uns auch nicht alles erklärt über den Seelensammler, sondern es werden nur Andeutungen gemacht. Fällt aber hier kaum ins Gewicht.
Atmosphäre und Kulisse sind einfach stark und wirklich verdammt gruselig. Das Schiff ist groß, dunkel, nass und überall ächzt das Metall und dazu noch die vielen blutigen Einlagen. Trägt enorm zur Spannung bei und Steve Beck hat hier wirklich Ahnung wie man so etwas sehr unheimlich in Szene setzt und das Publikum schockt.
Auch die Musik von John Frizzell hat es in sich. Von unheimlichen Klängen, Rock bis Metall ist alles geboten und es passt wunderbar. Vor allem wirkt die Szene wo alle Passagiere getötet werden durch die Metallsonguntermalung noch verstörender.
Auch Darstellermäßig hat man sich ein paar bekannte Gesichter eingekauft. Gabriel Byrne spielt Kapitän Murphy. Er ist einfach ein guter und glaubwürdiger Darsteller, obwohl er schon mal intensiver gespielt hat. Aber trotzdem macht er seine Sache hier sehr gut.
Julianna Margulies kommt frisch aus dem Emergency Room und versucht hier wohl etwas an ihrem Image zu rütteln. Auch sie ist als starke Frau Epps sehr überzeugend.
Der Steuermann der Crew wird von Isaiah Washington verkörpert welcher auch suverän seine Rolle meistert.
Desmond Harrington als das Böse zu besetzen ist auch eine gute Wahl, weil er einfach etwas unsympatisches an sich hat.
Fazit:
Stark inszenierter Gruselschocker mit einigen deftigen Momenten und gut platzierten Goreszenen. Vor allem Atmosphäre und Kulisse sind echt stark und auch eingefleischte Horrorfans können sich hier gruseln. Gute Darsteller und auch der Soundtrack ist passend. Insgesamt echt ordentlich geworden und besser als " 13 Geister ".