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Die Arctic Warrior, ein Bergungsschiff ist auf hoher See unterwegs, als die Besatzung ein seit 1962 vermisstes Kreuzfahrtschiff entdeckt. Laut Küstengesetzen dürfen sie es ihr Eigen nennen und wollen es mitnehmen, doch das 40 Jahre alte Schiff hat ein Leck. Schon bald müssen sie seltsame Vorfälle, gespenstische Erscheinungen und Wahnvorstellungen feststellen und als auch noch ihr Bergungsschiff explodiert, scheinen sie gänzlich verloren. Doch dann erfahren sie die traurige Wahrheit über den Luxusliner.

Ghost Ship, das Remake des 50 Jahre älteren Originals, ist eine recht budgetreiche Produktion eines Teams, dass sich hauptsächlich auf Remake altbekannter Grusler spezialisiert und das auch recht gekonnt umsetzt. Denn wenn die Gruppe schiffserfahrender Menschen erstmal das unheilvolle und übergrosse Schiff erreicht und dieses besteigen, ebnet sich eine Stimmung ein, wie sie besser nicht sein kann. Dabei sind die Kulissen und Requisiten allerhand perfekt, die dazugehörige Musikuntermaltung gibt das richtige bizarre aber fast schon wunderschön ästhetisch gruselige Gefühl von Angst. Denn das Gefühl dass sich dort verbreitet ist nicht der Schock über selbstgerechte Gewaltakte, sondern wird einzig und allein durch die Situation und durch den Ort, das halbvermoderte, verfallene Schiff erzeugt, dass nach 40 Jahren jeglichen Glanz verlor. Diese Angst vom Ungewissem ist dabei allgegenwärtig und bis zu dem Zeitpunkt, als die weibliche Protagonistin die kleine Mandy sieht, zeichnet den Film eine Atmosphäre aus, die sich sehen lassen kann, sofern man denn von den nervigen Charakteren absieht, die keineswegs Symphatieträger darstellen. Von dort an verfängt sich der Film in mysteriös aufgeblasenen Geistermumpitz und versucht durch die Schlüsselfigur, die kleine Mandy, Hintergründe und Motive zu erörtern, die man sich auch so hätte denken können, sofern man denn halbwegs mit dem Thema Geistergeschichten verwandt sein sollte. So taumeln die Geister, die grösstenteils eher böse sind als rastlose Rachegeister umher und so kommt es dann auch mal zu dem ein oder anderen Mord bzw. zu der ein oder anderen Seelenverschmelzung. Das dabei jegliche Spezialeffekte aus dem PC entstehen stört hier weiter nicht, schliesslich ist Ghost Ship eh Popcornkino at its best, aber mit Sicherheit einer der besseren Sorte, auch wenn Vergleiche mit anderen Geisterschiffgruslern natürlich hinken. Mir ist das Original persönlich nicht bekannt, daher kann ich auch nicht sagen, inwiefern sich der Plot an das Vorbild hält oder nicht, zumindest, hat die Story in seiner Begehung ihren Reiz, die Hintergründe und die Erklärungen dazu, die in den letzten paar Minuten auftreten sind dann aber weniger interessant, vorallem wenn man dann auch noch an das vollkommen bescheuerte Ende denkt, aber wie auch immer der ganze Streifen inszeniert wurde, er unterhält allerhöchstens für einen abendfüllenden Film, ist kein Welthit, weil dafür fehlt einfach der absolute Feinschliff. Ein paar Gruselmomente, aufgrund der überzeugenden Kulisse und der Musik stechen durch, aber weiterer Handlungsablauf offenbart in Sachen Storywendung, Charaktere und Mordmotive zuviele Klischees und ohnehin ist der Film keine wirkliche Offenbarung, vorallem weil der Plot rund um das verlorene Schiff mit dem gestohlenen Geld recht schmal ist.

Fazit:
Eignet sich als Popcornkinofilm ausserordentlich. Leicht zugänglich, solide gruselig und storytechnisch simpel. Geisterschiffhorror im Mainstreamformat. Nicht schlecht, aber auch kein Überhit. Schlichtweg "ausreichend", für einen netten Abend.

61%

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