Nachdem mich 13 Geister durchaus überzeugte, erwartete ich auch von Ghost Ship Grosses. Leider wurden meine Erwartungen nur teilweise erfüllt. Ghost Ship ist ein klarer Fall von: "Hätte man mehr draus machen müssen". Allein schon die Rosa-Kredits zu Beginn sorgten für erstes Unbehagen und böse Vorahnungen. Anschliessend geht es temporeich durch die Handlung, wobei gerade zum Ende hin immer größere Logiklöcher und Ungereimtheiten auftreten. Auch die Beziehungen unter den Charakteren sowie einige witzige Szenen funktionieren nicht wirklich. Fast bekommt man den Eindruck, die Drehbuchautoren hätten zunehmend die Lust verloren und die Kreativabteilung auf die Ersatzbank geschickt. Die Explosion zum Ende stellt schließlich den (unspektakulären, völlig inovationslosen) Höhepunkt in Sachen Absurdität da, gerade, was die Wirkungsweise von C4 anbelangt. Aber ich will nicht zuviel verraten... Immerhin gibt es ganz zum Schluss noch einen genretypischen Oho-Effekt :)
Ghost Ship ist typisches Fast-Food-Kino, ausgestattet mit einigen netten Schockszenen und durchaus heftigen FX. Die FSK18 trägt der Film zu recht. Wer allerdings auf ein gut durchdachtes Horrorwerk mit bedrohlicher, kontinuierlich düsterer werdener Atmosphäre und geschickt gestreuten Höhepunkten hofft, wird eher enttäuscht. Hier heisst es letztlich: "Reingehn, Anschaun, kennt man schon ähnlich, gut is".
Hätte ich jetzt nicht ein Faible für Geisterschiff-Filme bekäme der FIlm von mir das Prädikat "Eintritt Sparen". Wer jedoch auf Hollywood-Grusel steht, der kann sich Ghost Ship unbesorgt ansehen...