Review

Hier wurde ganz offensichtlich versucht, eine Brücke zu schlagen, zwischen alt- und neumodischen Geisterfilmen.
Wie schon bei „13 Geister“, der von selben Regisseur stammt, hat das leider nicht ganz geklappt. Es wurden zuviele Zugeständnisse an den Kommerz gemacht, wie beispielsweise die einige Minuten lange Rückblende, die zwischen schnellen Zeitraffernszenen und Zeitlupe schwankt, um mit dieser MTV-Ästethik auch ja die Sehgewohnheiten der jungendlichen Zuschauer anzusprechen. Auf der anderen Seite erinnert vor allem die verschnörkelte Schrift im Vor- und Abspann an Filme aus den Siebziger Jahren, wie auch das (ziemlich coole) Plakatmotiv.
Schade, solche Sachen konnte man nicht ganz unter einen Hut bringen, es will nicht so recht passen, dadurch entsteht ein Stilbruch, der jede eventuell aufkommende Gänsehaut abtötet. Aber dafür sieht’s cool aus.
Handlungsmäßig ist der Film auch etwas eigenwillig aufgeteilt. In der ersten Stunde lässt man sich noch viel Zeit, um alles zu erzählen (wobei allerdings die Charaktereinführung wie das Abhaken einer Einkaufsliste wirkt und auch genauso schnell geht), die Erkundung des Schiffes wird nicht unbedingt zu lang ausgewalzt, aber dafür sind die Dinge, die passieren nicht allzu erschreckend oder gar (darf man heute noch einen „altmodischen“ Ausdruck benutzen) gruselig.
Die Story ist eigentlich recht originell, wenn auch nicht allzugenau erklärt. Es bleiben noch einige Fragen offen.
Dazu kommt noch ein bißchen unfreiwilliger Humor in einigen Dialogen:
„Wir haben nur 24 Stunden, um den Kahn wieder hinzukriegen, das schaffen wir nie!“
„Wie müssen es schaffen. Du bist der beste Punkt-schweißer, den ich kenne.“
Wer denkt sich sowas aus?
Alles in allem guter Durchschnitt für einen Videoabend, aber keineswegs ein richtig guter „Geisterschiff-Film“, schade.

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