Kleiner Spoiler mit vorheriger Warnung enthalten!
Die Schiffbergungs-Crew der „Arctic Warrior“ macht sich auf, ein scheinbar führerloses Schiff zu bergen, dass, fernab aller gängigen Routen auf dem Ozean treibt. Bei der Erkundung des riesigen Dampfers stellen sie fest, dass es sich um ein 1953 verschollenes Nobel-Passagierschiff handelt. Laut internationalem Seerecht, würde das Prachtstück den Findern gehören – also beschließt man es notdürftig zu kitten und abzuschleppen.
Das Dumme ist nur, dass das Geisterschiff nicht abgeschleppt werden will und das forsche Bergungsteam mit allerlei unheimlichen Erscheinungen erschrickt. Das ist aber alles vergessen, als man auf einen Riesenhaufen Goldbarren stößt. Alle Pläne, den Dampfer abzuschleppen werden verworfen, das Gold reicht allemal dicke. Doch gerade als die „Arctic Warrior“ ablegt und unsere tapferen Seemänner schon von einem Leben in Saus und Braus träumen, explodiert der Frachtraum (Überraschung! tatatataa) und das erste Teammitglied muss ins Gras beißen.
Damit ist die Handlung erstmal abgehackt und das fröhliche Dahinmetzeln der restlichen Protagonisten beginnt, als sich diese zurück auf dem Geisterschiff befinden.
„Ghost Ship“ stammt von „Dark Castle Entertainment“, die mit „Haunted Hill“ und „13 Ghosts“ bereits zwei mittleprächtige Vertreter des Mainstream-Horrors abgeliefert haben.
Leider schaffts der dritte Streich, nicht mal in den Durchschnitt.
Der Film beginnt furios mit den Ereignissen, die sich 1953 auf dem italienischen Luxus-Dampfer abspielten. Gut hundert Passagiere werden innerhalb eines Sekundenbruchteils mittels eines Drahtseils ausgelöscht. Die Szene haut den Zuschauer gleich mal richtig aus den Socken, da man solch derbe Kost nicht erwartet hat. Leider ist dieser Epilog wohl auch das einzige, was im Gedächtniss hängen bleiben wird.
Die Story ist ein ziemlich dreister Abklatsch von „Event Horizon“ – nur eben auf dem Wasser und nicht im Weltall. Wär ja nicht so schlimm, wenn das Plagiat wenigstens auch die Spannung der Vorlage übernommen hätte. Das kann man allerdings nicht mal im Ansatz erkennen.
„Ghost Ship“ setzt einzig und allein auf kurze, laute Schockmomente, die aber dermaßen vorhersehbar eintreffen, dass keine Gruselatmosphäre aufkommen kann.
Selbiges gilt auch für die „überraschende“ Wendung in der Handlung, die natürlich nicht fehlen darf. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass diese wohl nach gut 20 Minuten von jedem erahnt werden kann.
Zu guter Letzt frage ich mich noch, warum Regisseur Steve Beck einen solch großartigen Schauspieler, wie Gabriel Byrne so einfach verheizt. Scheinbar lustlos spielt Byrne bis
----Spoiler----
zu seinem unspektakulären Tod.
----/Spoiler----
Fazit: „Ghost Ship“ ist ein langweiliger 08/15 Horror-Film, der weder mit seinen Schockmomenten noch mit durchgehender Spannung Punkten kann. Zumindest bekommt man in der ungeschnittenen 18er Version einige nette Goreeffekte präsentiert, die aber das Leck auch nicht mehr stopfen können.
Magere 2/10