"Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön..."
Solche Schunkellieder werden nicht gerade für das Publikum des Ozeanriesen "Antonia Graza", das sich lieber von der feurigen italienischen Sängerin zum Massentanz hinreißen lässt, gespielt. Die Stimmung ist ausgelassen und nichts lässt auf das kommende Gemetzel schließen...was genauso schnell wie abrupt ist.
Einzig und allein ein kleines Mädchen scheint überlebt zu habe, doch ihre Schreie in der Nacht verhallen auf den Weiten des Meeres.
Ebenfalls Meer: eine Bergungsmannschaft kann mit letzten vereinten Kräften ihren Auftrag erfüllen und somit ein Schiff vor dem Untergang sichern. Dies wird natürlich gefeiert. In der Spelunke kommt ein Fremder auf sie zu und erzählt ihnen von einem herrenlosen Schiff. deren Lage er nur nach einer prozentualen Gewinnbeteiligung mitteilt.
Da alle einwilligen machen sie sich direkt auf den Weg...
und staunen nicht schlecht, als sie im schönsten Nebel ein Schiff rammen. Dies ist der Luxusliner mit immensen Ausmaßen. Obwohl er schon 60 Jahre auf der See treibt ist nicht verlassen....
"Ghost Ship" ist der dritte Film der "Dark Castle" Produktionsgemeinschaft Joel Silver, Robert Zeckmeckis und Gilbert Adler, die auch schon bei den "Tales from the Crypt" Folgen Schirmherren waren. Dennoch sind die "Dark Castle" Filme nicht mit der famosen Serie zu vergleichen. Denn eines fehlt hier: der typisch bissige Humor.
Dafür wird bei diesen Filmen eines erhöht: Tempo und Splatter. Gerade die tolle Eingangssequenz mit dem Drahtseil kann überzeugen. Leider hat diese den typischen "Fehler" von Produktionen aus letzter Zeit: das verwenden von CGI Effekten. Diese nehmen dann den doch recht heftigen F/X etwas an Härte. Auch ist nach den ersten 5 Minuten erst einmal Ruhe mit Mord und Totschlag und der Film versucht durch Spannung zu unterhalten und die Geschichte zu erzählen. Dies gelingt ihm nur bedingt, denn von den Personen ist keine richtige Identifikationsfigur dabei; sieht man mal von dem kleinen Mädchen ab, das vergeblich versucht das Bergungsteam zu warnen. Das Team selber ist bemüht sich im tollen Dekor des Schiffes zurechtzufinden, aber deren Charakterzeichnung gleicht der Optik des Schiffes: durchgerostet, bunt aber ohne jegliche Sympathie. Da kann auch Zugpferd Gabriel Byrne als Leiter der Bergungsmannschaft nicht viel rausreißen.
Zu sehr dümpeln alle im Kielwasser der Story herum, die mit keine großen Neuerungen aufwarten kann; jedenfalls nichts, was man nicht schon kennen würde. Dennoch sind ein paar gute Schockeffekte drin. Gleiches gilt dem Splatter - wenige, aber dafür harte F/X, über den Film verteilt. Besonders zum Ende hin (letzte 25 Minuten) kann Regisseur Beck das Ruder noch mal Rumreißen. Die letzten Überlebenden versuchen sich der Dämonen zu behaupten, die nicht gerade zimperlich zur Sache gehen. Hier geht’s dann in allen Belangen noch mal gut ab; besonders die optische Vertiefung des anfangs stattgefundenen Massakers tröstet über manches hinweg.
Fazit: Anspruchsloser Geisterschiffhoror aus Hollywood mit ein paar guten Ideen, die den Genre-Kenner aber nicht mehr als ein leichtes Lächeln entlocken können!