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Da wird man mit einer unerwartet deftigen Eingangssequenz dreist angefüttert und doch bleibt "Ghost Ship" am Ende nur ein Fall für den Schlepper. Das Problem liegt dabei in der nach sehr konventioneller Formel aufgebrühten Geschichte, die platt, langweilig und zu guter Letzt auch noch sehr vorhersehbar daherdümpelt.

Einen kleinen Lichtblick bietet noch die stimmungsvolle Kulisse des rostigen, alten, scheinbar verlassenen Schiffes. Ebenfalls noch ganz gut gelungen ist eine längere Rückblendung, die uns die Geschichte der "Antonia Graza" näher bringt, womit allerdings auch schon alle Rätsel auf einen Schlag entschlüsselt worden wären. Viel mehr ragt dann hier aber nicht heraus. Schifferkundungen und gähnende mysteriöse Erscheinungen reichen eben nicht aus, um den Zuschauer gänzlich bei der Stange zu halten. So ist es auch besonders ärgerlich, dass Regisseur Steve Beck beinahe überhaupt kein Gespür dafür besitzt, die Kulisse sowie Licht und Schatten auszunutzen, um Atmosphäre und demnach Spannung zu erzeugen.

Neben der einführenden Drahtseilsequenz und der Rückblende mitten im Film passiert im Prinzip rein gar nichts mehr, was irgendwie in spektakuläre Nähe kommen könnte. Die Trickeffekte erfüllen ihre Pflicht und die Protagonisten, darunter darf der Alibischwarze natürlich nicht fehlen, sterben mal langweilig, mal unlogisch dahin. Große schauspielerische Verluste werden dabei jedoch nicht gemacht, denn niemand vermag mit seiner Performance hier Bäume auszureißen, selbst Gabriel Byrne nicht.

Steve Beck hat mit "Ghost Ship" einen sichtlich langweiligen, konventionellen Horrorfilm geschaffen, dem es in fast allen Belangen deutlich an Würze mangelt. Zudem dürfte man hier nach Betrachtung des Filmes um die Erkenntnis reicher sein, dass einem mit der schon heute beinahe berühmt-berüchtigten Drahtseilsequenz des Anfangs bereits die von feiner Sahne umschlungene Piemont-Kirsche serviert wurde.

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