Zu wenig Rettungsbotte sind hier das kleinste Problem
Schon 15 Jahre schippert dieses Geisterboot nun schon durch die filmischen Gewässer... puh, ich werde alt. Ähnlich wie "House of Wax", "Wrong Turn" oder das bay'sche Remake des Kettensägenmassakers, hat dieser dünne und trashige Studiohorrorfilme eine gewisse Nostalgie inne. Diese ist vielleicht nicht so stark wie manch ein spaßiger Schmarn aus den Jahrzenten zuvor, doch trotzdem möchte man fast behaupten, dass Hollywood Filme so nicht mehr macht. Manche wird das freuen, doch etwas traurig macht mich das schon... naja, aber nur kurz, wenn man sich die hervorragende Verfassung von Horror- und Genrefilmen zur Zeit anguckt. Zumindest technisch und vom exotischen Setting her gibt es hier eine nette Ausbeute.
"Gost Ship" ist alles andere als ein guter Film, top ist nur seine Eröffnungssequenz, wo sich ein Metallseil durch etliche Körper an Deck und auf dem Ozeandampfer frisst. Die daruffolgende, generische Geisterbahnfahrt kommt nie an seine Vorbilder (meist an Land) aus den 50ern und 80ern heran, ist eher lahm und glattgebügelt. Nichtsdestotrotz unterhält mich die schmissige Geisterhatz zwischen MTV und Nostalgie passabel. Gegen Ende überdreht er sein Rad und selbst mit dem Hirn auf Stand Bye kratzt man sich öfters mal am Kopf oder schüttelt diesen, doch es muss ja nicht immer "The Witch" oder "It Comes At Night" sein. Horror darf ruhig auch mal strunzdumm sein. Selbst wenn man dann eher über als mit dem Film schmunzelt. Und von Grusel will ich gar nicht erst anfangen.
Fazit: ein spaßiger Guilty Pleasure aus den frühen 00er-Jahren, der leider zu keinem Zeitpunkt an seine legendäre Introszene anknüpfen kann. Ein flacher B-Movie ohne Scham, Sinn und manchmal Verstand. Dafür mit Fun, Schneid und wunderbarer Sinnlosigkeit. Kann ich mir öfters geben als es meine Gehirnzellen gerne haben und mein Stolz es gerne hätte. Wer seine verfluchten Häuser gerne schwimmend und trashig mag, sollte hierfür ein Ticket ziehen.