Das Kreuzfahrtschiff Antonia Graza verschwindet unter mysteriösen Umständen in den 1960er Jahren und wird Jahrzehnte später wiederentdeckt. Eine Gelegenheit, die sich das Bergungsteam um Sean Murphy nicht entgehen lassen will, winkt doch eine ordentliche Ausbeute. Auf dem verlassenen Dampfer angekommen merkt die Crew bald, dass hier nicht alles mir rechten Dingen zugeht.
In Erinnerung bleibt „Ghost Ship“ überwiegend wegen seiner ersten Minuten, die ein einschneidendes Erlebnis bieten. Der Rest ist Malen nach Zahlen, denn man hat es mit einem typischen Vertreter des Mainstream-Horrors aus der Zeit um 2000 herum zu tun. Heißt, dass die Crew nach dem Intro mit einer Einsatzsequenz eingeführt wird, bei der einem die ganzen Leute ob der völligen Unbekanntheit erst einmal herzlich egal sind. Auf dem Kreuzfahrtschiff angekommen geht’s dann bald los mit den Merkwürdigkeiten. Der Funk ist gestört, Erscheinungen tauchen auf, das Schiff scheint ein Eigenleben zu führen. Es wird quasi das Grusel-Einmaleins qua Checkliste abgearbeitet mitsamt blassen Charakteren und einigen Hängern – aber zugegebenermaßen auch mit ein paar positiven Aspekten.
Hierzu gehören die Rückblicksequenz und das Setdesign. Denn auch wenn das Schiff aufgrund der paar Schauplätze kleiner wirkt als von außen und nie so recht maritime Atmosphäre aufkommt - die Räumlichkeiten sind immerhin schön siffig und rostig. Dazu gibt’s Mudvayne auf die Ohren (keine schlechte Wahl), der Rest vom Score sticht allerdings nicht heraus. Praktische Effekte weichen öfters denen aus dem Rechner, das Ergebnis schwankt. Und am Ende sind einem die Figuren immer noch ziemlich egal, denn das Skript benutzt sie nur, um nichtssagende Gespräche zu führen, sie über's Schiff zu schubsen und dieses zu erkunden. Letzteres ist dann auch der interessantere Part, mal geht jemand hops, dazwischen bleibt es frei von Überraschungen. Somit ist auch das Ensemble, trotz manchem Namen, austauschbar und niemand erspielt sich hier irgendein Profil. Insbesondere die Schurkenrolle bleibt blass und bekommt am Ende noch eine Motivation verpasst, nach der eigentlich schon niemand mehr gefragt hat.
Einer dieser rund-um-2000-Filme, die sich nicht um eine anständig konstruierte Geschichte bemühen, bisweilen nett aussehen, aber weder originell oder spannend mit ihren Möglichkeiten umgehen. Ein guter Einstieg, danach beginnt das Vehikel schon zu sinken. Langsam aber stetig bekommt das 08/15-Konstrukt Schlagseite und die Auflösung um das Geheimnis an Bord entlockt kein Staunen, sondern wirkt unausgegoren. Aufgrund einzelner Szenen zwar anschaubar und ich hab einfach eine Schwäche für Schiffs-Horror, unterm Strich aber uninspirierte Stangenware.