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Kapitän Murphy (Gabriel Byrne) und seine Crew sind ein erfolgreiches Team bei der Bergung von Schiffen. Eines Tages kommt der junge Ferriman (Desmond Harrington) auf sie zu, um mit ihnen ein unbekanntes Schiff, das in der Beringsee treibt, zu bergen. Angezogen vom vermeintlichen Reichtum machen sie sich zusammen auf und erreichen das alte Wrack. Das hat schon bessere Tage gesehen, seit 40 Jahren rottet der Luxusliner schon führerlos vor sich her, doch so unbewohnt ist das Schiff gar nicht. Zunächst sehen die gestandenen Seeleute über alle Anzeichen hinweg, die einen eher in die Flucht schlagen und als sie noch kistenweise Goldbarren finden, ist die Freude groß. Doch was sich von Anfang an anbahnte, wird immer mehr zur Gewissheit, ein Entkommen von dem Geisterschiff scheint immer auswegloser. Mit einer alten Idee in frischer Aufmachung kommt "Ghostship" daher, der eine durchgehend unheimliche Stimmung anvisiert. Das gelingt dank guter Ausstattung und diverser CGI-Effekte auch oftmals, das Flair eines alten Nobelpassagierdampfers aus den 50ern wird mit viel rostigen und feuchten Sets dargestellt. Teilweise schießt das KNB-Team mit den Effekten etwas über das Ziel hinaus, vor allem beim Finale ist das schon ärgerlich. Bis dahin kann Regisseur Steve Beck ("13 Geister") durchaus für Unterhaltung sorgen, wenn er seine Protagonisten zwischen Grusel und Schock auf Erkundung schickt. Die Story an sich ist es weniger, die vereinnahmt, denn die ist in großen Teile vorhersehbar. Mehr Spaß machen da schon die Rückblenbden auf dem belebten Luxusliner in den 60er Jahren und die Verwandlung des Schiffes als auch der toten Passagiere. Diese geistern mal adrett und mal modernd durch den Schiffsrumpf, bei deren Dezimierung darf es auch gern mal etwas blutiger zugehen. Highlight im Gorebereich ist sicherlich die Teilung von 80 Passagieren mittels Drahtseil, warum das allerdings gleich am Anfang geschieht, ist unverständlich. Doch auch danach geht es teils blutig zu, entbehrt jedoch immer mehr jeder Logik. Für den Mainstreamkonsumenten stellt "Ghost Ship" sicher die passende Halloween-Unterhaltung dar, innovativ ist allerdings anders, zumal die Thematik doch etwas an "Virus" erinnert, welcher noch etwas originärer wirkt. So braucht man in Dramaturgie und schauspielerischer Leistungen keine Wunder zu erwarten, an anspruchsloser Konkurrenz gemessen ist die gammelige Schiffsatmosphäre auf jeden Fall schick inszeniert.

Fazit: Geisterschiff-Grusel-Horror, der solide, aber nicht herausragend ist. Als Popcorn-Horror ganz nett gestaltet. 5/10 Punkten

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