Review

Damals hatte ich noch gehofft, dass Seagals Kinoerfolg mit „Exit Wounds“ keine Eintagsfliege bleibt. Als ich aber bei „Halb tot“ allein (!) im Saal saß, wusste ich sofort, warum es doch so kommen musste.

Steven Seagal spielt einen Undercover-Agenten, der sich ins neu eröffnete Alcatraz (!) einschleusen lässt. Er will so das Vertrauen eines Todeskandidaten gewinnen, damit ihm dieser das Versteck der Beute aus seinem letzten Coup verrät. Doch leider wollen auch ein paar Gangster die 200 Mille haben und brechen in das Gefängnis ein (!) …

Da es sich hier nicht um einen Sci-Fi-Streifen handelt, ist die Idee mit Alcatraz natürlich absoluter Blödsinn. Und dass irgendwelche Verbrecher in einen Knast rein wollen, ist auch eher selten der Fall, denke ich. Normalerweise wollen alle nur raus.
Sei es drum. Dass fast alle neuen Seagal-Filme in punkto Story ihre große Schwachstelle aufweisen, ist inzwischen ja hinreichend bekannt.

Warum landete „Halb tot“ aber trotzdem im Kino und nicht gleich auf DVD, wo er hin gehört hätte? Ich glaube, es waren wohl die Produktionskosten von 25 Millionen Dollar, die damit um 10 Millionen höher lagen, als die von Seagals künftigen Direct-to-Video-Kloppern.
Die Kohle ist dann auch größtenteils in die Action geflossen! Es ist nicht so, dass die Milliönchen - wie beispielsweise bei „Out of Reach“ – für Seagals Frühstücksbuffet aufgebraucht wurden.
Von Beginn an gibt es ein Stakkato von modern gefilmten, optisch eindrucksvollen Schießereien, Explosionen und Nahkämpfen zu sehen. Ein aufwändiges Finale, dass die Eröffnungssequenz von „James Bond: Moonraker“ kopiert, rundet die gelungene Action ab.
Leider hat das alles nicht unbedingt das hohe Niveau, wie man es heute von einem erfolgreichen Kinofilm erwartet. Das ist die zweite Schwachstelle von „Halb tot“, die bei einem Direct-to-Video-Actioner keine wäre, aber im Kino den Untergang bedeutet.

Die dritte Schwachstelle sind die Nebendarsteller. Zu beliebten B-Größen wie Claudia Christian („Maniac Cop 2“, „The Hidden“) oder Linda Thorson (Tara King aus der TV-Serie „Mit Schirm, Charme und Melone“) gesellen sich solche nervigen Vollspacken wie Ja Rule. Seine Mitwirkung hat nur ein gutes: Da fällt Steven Seagals mangelndes Schauspieltalent fast nicht auf!

Fazit:
Trotz aller Action hat „Halb tot“ nichts auf der großen Leinwand verloren. Auf DVD geht der sinnfreie Streifen aber voll in Ordnung! 7/10 Punkten.

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