Nach seinem großen und überraschenden Comeback, hatte man große Pläne mit Steven Seagal, doch bis heute blieb " Half Past Dead ", der im Deutschen den wirklich beschissenen Titel " Halb Tot " trägt, bis heute sein letzter Kinofilm. Regiedebutant Don Michael Paul macht seine Sache hier ordentlich, hatte jedoch nur ein verhältnismäßig geringes Budget zur Verfügung. Auch die Einspielergebnisse waren alles andere als überwältigend und natürlich musste man sich beim Dreh wieder mal an die allseits beliebte PG-13 halten.
Story:
Sasha ( Steven Seagal ) arbeitet als Undercover Agent für das FBI. Nach einem verpatzten Einsatz entgeht er nur knapp den Tod und wird zu Ermittlungszwecken zu seinem Kumpel Nick ( Ja Rule ) nach New Alcatraz gebracht. Doch da taucht bald eine Einheit unter der Leitung von Donny ( Morris Chestnut ) auf und bringt den kompletten Knast in ihre Gewalt. Sasha kann durch Glück entkommen und bereitet sich mit den anderen Knastis auf den Gegenschlag vor.
Nicht nur bei der Story hat man sich hier bei " The Rock " bedient, sondern auch bei diversen Szenen, zum Beispiel als die beiden Hubschrauber auf Alcatraz zufliegen. Überhaupt sehen die Flugszenen sehr billig aus, vor allem der Hubschrauber wo bei schlechtem Wetter fliegt und dann durch die Decke kracht. Auch bei ein paar Außenaufnahmen hat man sich beim Vorbild bedient. Der Plot allgemein hat nicht sonderlich viel zu bieten und die Bande ist mal wieder nur auf Geld aus.
Hohen Unterhaltungswert kann man dem Actioner nicht abschlagen, denn Paul lässt es schon gut krachen. Einige Fights, leider versetzt mit Wire Work, aber gut choreographiert, nur auf Knochenbrüche muss man ganz verzichten, Shootouts mit kaum blutigen Einschüssen, ein paar Sachschäden ( soweit das Budget gereicht hat ) und Stunts. Dank der Rasanz bleibt die Spannung solide und es kommen keine Länge auf.
Was jedoch wirklich störend ist, das sind diese coolen Motherfucker, wie sie sich selbst nennen. Diese Coolness, dieses dämliche Geschwafel. Die Negerconnection im Knast empfinde ich als nervig.
Obwohl man es hier mit den Stilmittel, vor allem Fast Motion ein bisschen übertreibt, so ist die leicht in blau getunkte Kulisse toll anzusehen. Der Score ist sehr vielseitig und wartet mit nervigem Hip Hop ( sorry, ich kann es nicht mehr hören ), Rock und angehender Technomusik auf.
Steven Seagal macht einen guten Job, wird ganz selten nur gedoubelt und kämpft ohne Wirework, außerdem kann man hier seinen Körperbau noch als normal bezeichnen Ja Rule stört gewaltig und ist für en Arsch. Morris Chestnut gibt einen ziemlich charismatischen Bösewicht ab und Nia Peebles schaut klasse aus.
Fazit:
Solider Kinoabgang für Steven Seagal, der sich hier nochmal richtig Mühe gibt. Die Story ist ein Rip Off von " The Rock ", aber actionreich und rasant umgesetzt. Nur diese coolen Rapper gehen mir gewaltig auf den Sack. Der Score ist abwechslungsreich und die Kulisse schick in Szene gesetzt.
Mit früheren Seagal Filmen, oder mit " Exit Wounds " kann " Half Past Dead " nicht mithalten, aber immer noch guter Durchschnitt.