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Der Film "Flaming Brothers" kann leider nicht halten, was der reißerische Trailer und die verheißungsvollen verschiedenen Cover suggerieren.

Die Brüder Alan (Alan Tang) und Ah Tien (Chow Yun Fat, beide Namen wurden der HKL-DVD entnommen) haben sich von Straßenjungen zu mächtigen Kriminellen hochgearbeitet. Dabei schrecken sie auch nicht vor Massakern unter Konkurrenten zurück. Als Ah Tien seine Jugendfreundin, die ihn damals mit Essen versorgt hat, wieder trifft, möchte er mit ihr ein gesetzestreues Leben führen. Doch Alan hat sich mit einem Gangsterboss angelegt und braucht Ah Tiens Unterstützung. Gemeinsam kämpfen sie gegen die übermächtige Privatarmee...

Bei "Flaming Brothers" handelt es sich eigentlich um einen typischen 80er-Jahre Film aus Hongkong, dem man sein Alter auch ansieht. Obwohl der Streifen wohl versuchte, auf der "A better tomorrow"-Welle mit zu schwimmen, wird einem höchstens durchschnittliche Bloodshedkost serviert. Nach einer viertel Stunde bekommt man zwei Schießereien zu sehen, eine sehr kurze und eine etwas längere mit Verfolgungsjagd, wobei auch recht krasse Einschüsse (Nahaufnahme eines zerschossenen Körpers :-) zu bewundern sind, doch die Shootouts wurden ziemlich einfallslos ohne Stilmittel in Szene gesetzt, typisch 80er-Jahre-HK (vor ABT) eben. Danach fällt der Film in ein tiefes Loch (zumindest für Actionfans) und widmet sich nur noch den Liebschaften der beiden Hauptdarsteller. Ah Tiens Liebesbeziehung wurde zwar recht gefühlvoll dargestellt, Alans Tête-à-Tête dagegen langweilt einfach nur. Seine Angebetete sieht verdächtig europäisch und auch nicht besonders hübsch aus, so dass man die ganze Zeit auf Action hofft. Doch darauf muss man sich leider etwa 50 Minuten gedulden, bis es dann beim Waffendeal wieder zu einer Schießerei kommt. Neben der bereits erwähnten wenig innovativen Inszenierung nerven auch ziemlich unrealistische Soundeffekte (Pistolenschüsse). Der Showdown entschädigt dann doch immerhin etwas und erinnert stark an ABT II, erreicht aber weder dessen Intensität noch Bildgewalt. Wenigstens erreicht der Bodycount erstaunliche Höhen, Blut fließt tonnenweise und ein paar passende Zeitlupen wurden auch eingebaut.

Ein viel zu lang gezogener Mittelteil, der die Spannung auf den Nullpunkt senkt, eine altbekannte Story, Standard-Charaktere und viel Gerede lassen den ansonsten durchaus ambitionierten Bloodshed-Streifen ins Mittelmaß abrutschen. Für Genrefans ist das Ende allerdings durchaus sehenswert.

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