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Eine Novelle, die wahrscheinlich einen nicht unerheblichen Einfluss auf Bram Stoker ausübte, ist das 1872 erschienene Werk "Carmilla" vom Iren Le Fanu. In Filmen wie "Gruft der Vampire", "Ein Toter hing am Glockenseil" und "Draculas Hexenjagd" wurde der Stoff bereits aufgegriffen, doch noch nie wurde er so langweilig umgesetzt wie von Autor und Regisseur Bret Wood.

Im eher ländlichen Süden der USA wandelt Carmilla auf den Spuren ihrer verschollenen Mutter und wendet sich bei ihrer Suche an die letzte Adresse, wo sie die Kellnerin Laura und ihren überbesorgten Vater Troy vorfindet. Anfangs schweigen beide über etwaige Hintergründe, bis sich die Frauen anfreunden, was den Argwohn von Troy auf den Plan ruft...

Die Angelegenheit kommt rein gar nicht wie eine Vampirgeschichte daher, vielmehr versteckt sie sich in Gestalt eines Familiendramas in Dreier-Konstellation, was aufgrund schwacher Figurenzeichnungen und unsympathischer Eigenschaften nicht sonderlich mitreißt.
Aus der Freundschaft der Frauen entsteht alsbald etwas mehr, Troy macht sich Vorwürfe und will ein weiteres familiäres Desaster verhindern, während ansonsten furchtbar viel geredet wird und sich ergo eine einschläfernde Wirkung des trockenen Stoffes breit macht.

Dabei fließt kaum Blut, abgesehen von kleinen Selbstläuterungen und minimalen Gewalteinlagen gegen Finale, etwas nackte Haut interessiert bezüglich der uninspirierten Inszenierung überhaupt nicht und auch der Twist im letzten Drittel verfehlt aufgrund schlecht getimter Flashbacks seine Wirkung.
Die schwachen Mimen, die unmotivierte Kamera und der lahme Score vervollständigen den Eindruck eines beinahe amateurhaft aufgemachten Streifens.

Angedeutete Spiele mit Licht und Schatten bleiben ohne Pointe, zumal die Kulissen wie Wohnwagen, 08/15-Wohnung und Diner wenig hergeben, viele Dialoge sind oberflächlicher Natur und lediglich einige Flashbacks, welches sich gegen Ende immer mehr mit der Gegenwart vermengen, sind einigermaßen rund ins Spiel gebracht.
Spannung entsteht dennoch zu keiner Zeit und an Blutsauger fühlt man sich allenfalls sinnbildlich erinnert.

Folgerichtig können sich Vampirfreunde und sonstige Fans blutrünstiger Nachtgestalten "The Unwanted" schenken, da er null Atmosphäre verbreitet und lediglich auf inszenatorischer Ebene gruselig erscheint. Erzählerisch rennt er ins Leere, zudem lassen das lahme Tempo und ausbleibende Konfrontationen rasch das Interesse schwinden, so dass die 97 Minuten Laufzeit am Ende reichlich gedehnt erscheinen.
2,5 von 10

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