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Chloe Grace Moretz spielt eine High-School-Schülerin, die durch das postapokalyptische Amerika streift, um ihren kleinen Bruder zu finden. Sie wurde zur Waise, als außerirdische Invasoren in vier Wellen die Erde angriffen. Zunächst gab es einen elektromagnetischen Impuls, dann Überschwemmungen, eine Seuche und zuletzt begannen die Extraterrestrischen damit, menschliche Körper zu kapern. Ihr Bruder wird unterdessen mit anderen Kindersoldaten vom Militär für einen Einsatz gegen die Aliens vorbereitet, während die eine fünfte Angriffswelle vorbereiten.

Obwohl Teenie-Dystopien wie „Die Tribute von Panem“ oder „Maze Runner“ nach wie vor gute bis sehr gute Einspielergebnisse erzielen, startete „Die 5. Welle“ im Januar in den amerikanischen Lichtspielhäusern, also in einem Monat, in dem die Studios traditionell ihre Produktionen verheizen, an die sie selbst nicht so recht glauben. Dennoch ist der Film wohl als Auftakt zu einer neuen, gewinnbringenden Franchise gedacht und enthält daher auch alle Elemente, die eine Teenie-Dystopie benötigt, angefangen bei der obligatorischen Love-Story bis hin zu Elementen aus „Body Snatchers“ oder „Sie leben!“, die schon in „Seelen“ Teenie-tauglich verarbeitet wurden. Das Konzept steht jedoch auf tönernen Füßen.

Selbst wenn man über allerhand logische Mängel hinwegsieht, überzeugt die Story gerade deshalb nicht, weil allzu krampfhaft versucht wird, auf mögliche Fortsetzungen hin zu arbeiten und weil zu viele Klischees verbaut werden. Der erfolgreiche erste „Panem“-Teil war im Gegensatz dazu noch in sich weitgehend geschlossen und das galt auch für „Maze Runner“ - zumindest bis kurz vor Schluss. Hier dagegen kommt der Film leider ins Stocken, nachdem in einer viel versprechenden ersten halben Stunde in Rückblenden ein durchaus eindringlicher, apokalyptischer Entwurf skizziert wurde. Am Ende steht zudem natürlich ein unbefriedigender wie konventioneller Cliffhanger.

Vor allem die Geschichte des kleinen Bruders, der vom Militär für den Kampf gegen die Invasoren ausgebildet wird, tritt zunehmend auf der Stelle. Regisseur J Blakeson ist sichtlich bemüht, möglichst viele Kinder und Jugendliche aus seiner Kampfeinheit näher zu charakterisieren, um einen Pool an Figuren für die Fortsetzungen zu schaffen, das geht aber nicht wirklich auf. So ist z.B. das fremde Emo-Mädchen nicht mal halb so mysteriös und cool, wie es wohl wirken soll. Währenddessen schlägt sich die Schwester zusammen mit ihrem gut gebauten Begleiter durch, woraufhin sich eine allzu vorhersehbare Liebesgeschichte entspinnt, die dann auch noch krude Züge annimmt, als die Identität des Fremden auffliegt.

Überhaupt wimmelt es im Film nur so von Merkwürdigkeiten und Ungereimtheiten, deren Ausblenden mit zunehmender Laufzeit immer schwerer fällt. Warum setzt das Militär im Kampf gegen die Aliens eigentlich auf zehnjährige Kinder, die ihre Waffe kaum halten können, erschießt aber die für den Kampfeinsatz viel besser geeigneten Väter und Mütter? Wäre den offenkundig technisch überlegenen Außerirdischen nicht eine schlagkräftigere finale Angriffswelle eingefallen, um der Menschheit ein Ende zu bereiten? An diesen Fragen krankt letztendlich auch die finale Wendung, die ansonsten vielleicht gezündet hätte.

Immerhin ist das Erzähltempo hoch, die Inszenierung von J Blakeson weitgehend solide und die wenigen Action-Szenen, wenngleich nicht spektakulär, so doch sehenswert. Spannung resultiert zunächst noch aus der anfänglichen Ungewissheit, sie weicht dann aber schnell, wenn die Logiklöcher aufkommen und sich die Love-Story entspinnt. Darstellerisch zeigt Chloe Grace Moretz derweil gewohntermaßen eine sehenswerte Vorstellung, während der restliche Cast eher austauschbar ist. Immerhin bereichern ihn vor allem der charismatische Liev Schreiber und Maria Bello in Nebenrollen um zwei bekannte Gesichter.

Fazit:
„Die 5. Welle“ krankt an einigen Logiklöchern, an der platten Liebesgeschichte und dem Versuch, krampfhaft ein Franchise zu etablieren. Nach einem starken Beginn, bei dem die Apokalypse in eindrücklichen Rückblenden geschildert wird, verliert der Film schnell an Fahrt.

43 %

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