Die Welt wird von einer Alien-Plage heimgesucht, welche die Menschheit in mehreren Wellen auszulöschen gedenkt - drei davon kann man in kurzen Ausschnitten aus der Sicht von Hauptdarstellerin Cassie (Chloë Grace Moretz) miterleben, in der 4. ergreifen die nie gezeigten Außerirdischen dann Besitz von den bis dahin Überlebenden, um sie in der 5. und letzten Welle dann endgültig zu vernichten. Hier setzt auch die Gegenwart der Handlung ein, denn das 16jährige Collegegirl, deren Eltern getötet wurden, muß sich nun zwar bewaffnet, aber ganz allein durch die Wälder durchschlagen auf dem Weg zu einem Militär-Camp, in das ihr kleiner Bruder Sam gebracht wurde. Der hat nämlich bei der überstürzten Abreise glatt seinen Stoff-Teddy vergessen, und für die große Schwester ist es eine Selbstverständlichkeit, ihm diesen hinterherzutragen. Unterwegs erlebt sie einige Abenteuer, verliebt sich in einen jungen Mann und entdeckt ein Komplott der herrschenden Militärs. Ob es der Teddy in ihrem Rucksack wohl unbeschadet übersteht...?
Mit Die 5. Welle liegt ein weiterer Streifen über den Überlebenskampf in einer postapokalyptischen Welt vor, der lose auf einer Romanvorlage basiert und mit Moretz´ bekanntem Gesicht ganz speziell auf die Altersgruppe der 11- bis 15jährigen abzielt. Dementsprechend wenig ausgefeilt sind auch die Handlungsabläufe und Begründungen der Alien-Invasion, die bei älteren Jugendlichen (und jedem Erwachsenen sowieso) bestenfalls ein müdes Grinsen hervorlocken können. Dafür wird umso mehr auf die wechselnden Gefühlslagen der eine 16-Jährige darstellenden 19-Jährigen fokussiert, die trotz Pistole und Sturmgewehr einige Lektionen lernen muß. Daß sie das Gelernte am Ende auch gewinnbringend einsetzen kann, gehört zu den systemimmanenten Gegebenheiten eines Jugendfilms.
Der adulte Zuseher konzentriert sich eher auf die Darstellung der Außerirdischen, die in jeder Hinsicht kläglich ausfällt: Zunächst einmal "parkt" ein Raumschiff unvermittelt knapp 50 Meter über Cassies Elternhaus in einer US-Kleinstadt in Ohio, von wo aus sich bequem die ganze Welt berherrschen läßt. Nach ein paar Tagen gehen plötzlich keine elektrischen Geräte mehr (erste Welle), etwas später setzen dann an den Küsten Tsunamis ein (schlecht bis hundsmiserabel getrickst, vor allem, wenn Wolkenkratzer wie Dominosteine umfallen statt in sich zu kollabieren) und die dritte Welle beinhaltet dann die sich rasch ausbreitende Vogelgrippe, untermalt mit dem Kameraschwenk auf einen Vogelschwarm und Cassies lakonischer Feststellung aus dem Off, daß es soundsoviel Milliarden Vögel auf der Welt gäbe. Wer diese in wenigen (Film-)Minuten abgehandelten ersten Wellen überstanden hat, dem wird durch eine parasitäre Übernahme des Gehirns seitens der Aliens der Garaus gemacht. Leider aber sieht man diesen äußerlich normal aussehenden Menschen das sie innerlich beherrschende Alien nicht an, außer man verfügt über Spezialbrillen, wie sie die Army in großer Stückzahl besitzt, denn dann kann man anderen Leuten in den Kopf schauen, auf dem ein Floh-artiges Wesen am Gehirn nuckelt...
Vor lauter Lachen sollte man jedoch bei diesem wohlweislich in Computerspiel-Optik aufgezogenen Röntgenblick nicht vergessen, daß dieses Filmchen eben die Gefühls- und Interessenlage pubertierender Kids treffen will. Die übrigens werden inzwischen in einem Militär-Camp darauf gedrillt, genau solche Gegner zu suchen und zu eliminieren, was sie dann in einer Actionszene (mit explodierendem Bus, wow!) auch tun, bis einer von ihnen, zufällig Cassies ehemaliger Klassenkamerad Ben, drauf kommt, daß das Ganze nur ein Trick ist. Mit reichlich Pathos (und einer unerklärlich großen Portion Glück) erweisen sich die Kiddies dann als schlau und drehen den Spieß um - ganz im Sinne des Mottos ihrer Ausbildnerin "Ihr Jugendlichen seid unsere größte Hoffnung" (auch so ein ein Mega-Brüller in diesem Streifen). Die Ausbildnerin selbst (Miss Reznik, stark überschminkt mit streng nach hinten gekämmtem kurzem Haar die jungen Burschen beinahe anschmachtend) scheint direkt aus einem Porno gecastet zu sein. Chloë Grace Moretz dagegen macht ihre Sache als Lichtgestalt des Films erwartungsgemäß gut ohne zu glänzen (aufgrund ihres Alters kam eine Ablehnung eines derart idiotischen Scripts wohl noch nicht in Frage), während man bei Liev Schreiber als oberkommandierendem Colonel ein leichtes Unbehagen über seine wenig herausfordernde Rolle zu erkennen vermag.
Die mit einem offenen Ende schließende 5. Welle bietet also die typischen Themen des Young-Adult-Kinos, ohne besondere Schauwerte und mit geradezu katastrophalen Logiklöchern, sorgt mit der in absolutem Ernst vorgetragenen hanebüchenen Alien-Thematik aber zumindest für den einen oder anderen Lacher. 3 Punkte.